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Terroranschläge von Brüssel : Justiz zeigt neues Fahndungsvideo vom "Mann mit dem Hut"

Der mögliche dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen ist nach der Tat durch die Stadt spaziert - Belgiens Justiz bittet um Hilfe bei der Suche nach ihm. In Kopenhagen und München wurden mutmaßliche IS-Kämpfer festgenommen.

Die Behörden konnten einen Teil des Weges des Verdächtigen vom Flughafen zurück in die Stadt rekonstruieren.
Die Behörden konnten einen Teil des Weges des Verdächtigen vom Flughafen zurück in die Stadt rekonstruieren.Foto: dpa

Die belgische Justiz hat die Öffentlichkeit um Unterstützung bei der Suche nach dem möglichen dritten Attentäter vom Brüsseler Flughafen gebeten. Es handele sich dabei um den sogenannten "Mann mit dem Hut", der auf dem Bild einer Flughafen-Überwachungskamera zu gesehen gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel am Donnerstag mit.

Die Behörden konnten anhand weiterer Überwachungskamera-Bilder einen Teil seines Weges vom Flughafen zurück in die Stadt rekonstruieren. Von Interesse sei nun vor allem seine helle Jacke, die er anscheinend unterwegs entsorgt habe. Die Staatsanwaltschaft rief die Bevölkerung auf, mögliche Fotos oder Videoaufnahmen des Verdächtigen zu übermitteln.

Der "Mann mit dem Hut" wurde von einer Flughafen-Überwachungskamera aufgenommen.
Der "Mann mit dem Hut" wurde von einer Flughafen-Überwachungskamera aufgenommen.Foto: dpa

Der "Mann mit dem Hut" ist auf dem Bild einer Flughafen-Überwachungskamera auf der rechten Seite zu sehen. Am Flughafen hatten sich am 22. März laut Ermittlungsergebnissen der 24 Jahre Najim Laachraoui und der 29 Jahre alte Ibrahim El Bakraoui in die Luft gesprengt. Bei den Anschlägen am Airport und in der Brüsseler Metro wurden 32 Menschen getötet.

Dänische Polizei verhaftet vier mutmaßliche IS-Kämpfer und findet bei Razzien Waffen und Munition

Die Polizei in Dänemark hat im Großraum Kopenhagen vier mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen und bei dem Großeinsatz auch Waffen beschlagnahmt. Die vier Verdächtigen sollen in Syrien in den Reihen des IS gekämpft haben. Zu ihrer Identität wurden keine Angaben gemacht.

An einem der durchsuchten Orte seien Waffen und Munition gefunden worden, sagte der Ermittler Poul Kjeldsen bei einer Pressekonferenz. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte die Polizei mit, das Waffenversteck habe sich in der Wohnung eines der festgenommenen Verdächtigen befunden. An den Ermittlungen war auch der dänische Inlandsgeheimdienst PET beteiligt. In Dänemark drohen Angeklagten, die sich für Terrorakte anwerben ließen, Haftstrafen von bis zu sechs Jahren.

Auch in München gab es Festnahmen

Auch in München nahmen die Spezialkräfte der Polizei am Donnerstag in und bei München zwei Männer fest. Der 46 Jahre alte Iraker und der 29 Jahre alte Nigerianer sollten nach Informationen aus Sicherheitskreisen Kontakte zu Menschen haben, die auf IS-Listen stehen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Thomas Steinkraus-Koch, auf Anfrage sagte.

Wie Steinkraus-Koch sagte, soll nun verifiziert werden, ob sich der Verdacht gegen die beiden Männer bestätigt oder nicht. Falls er sich bestätige, sollten sie einem Ermittlungsrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen werden. Falls sich der Verdacht nicht bestätige, würden die beiden Männer am Freitag wieder freigelassen.

Laut einer Studie, die das Internationale Anti-Terror-Zentrum in Den Haag vergangene Woche veröffentlichte, sind mittlerweile rund 4000 Europäer nach Syrien und in den Irak gereist, um sich dort extremistischen Gruppen anzuschließen. Aus Dänemark kamen demnach 125 Extremisten.

(dpa/AFP)

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