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Terroranschlag im Jemen : Zwei tote Deutsche unter den Opfern

Bei einem Terroranschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind 52 Menschen getötet worden. Unter ihnen sind zwei deutsche und ein einheimischer Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das bestätigte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin.

Beim Anschlag auf das Verteidigungsministerium im Jemen starben 52 Menschen.
Beim Anschlag auf das Verteidigungsministerium im Jemen starben 52 Menschen.Foto: rtr

Bei einem Anschlag auf das Verteidigungsministerium im Jemen sind nach offiziellen Angaben 52 Ärzte und Krankenschwestern getötet worden, darunter auch mehrere Deutsche. Dies teilten die Behörden in Sanaa am Abend mit. Das Außenministerium in Berlin bestätigte am Abend, dass unter den Toten zwei Deutsche Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind.

"Die Bundesregierung verurteilt die feigen Anschläge in Sanaa auf das Schärfste", sagte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin. "Die Bundesregierung stehe in engem und ständigem Kontakt mit den jemenitischen Behörden sowie den europäischen und internationalen Partnern. Jemen darf kein Hort des Terrors werden. Dafür wird Deutschland sich weiter mit Nachdruck
einsetzen." Die Behörden müssten den Anschlag schnell aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.
Die Identität der Angreifer war unklar. Al-Qaida-Terroristen hatten mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Jemens Regierung bekämpft gemeinsam mit den USA die Terrorgruppe Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP).
Bei dem Anschlag vom Donnerstag sprengte sich ein Angreifer am Eingang eines Gebäudes des Verteidigungsministeriums im Stadtzentrum in die Luft. Anschließend stürmten nach Angaben von Augenzeugen und lokalen Medien rund zwei Dutzend bewaffnete Männer das Gelände, auf dem auch ein Militärkrankenhaus liegt. Es folgte ein mehrstündiges Gefecht zwischen Soldaten und den Angreifern, die sich in drei Gebäuden verschanzten. Unter den Toten sollen 20 Angreifer sowie mindestens fünf Krankenhausmitarbeiter sein, berichteten Helfer.

Die Angreifer trugen Armee-Uniformen

Das Gesundheitsministerium in Sanaa rief zu Blutspenden auf. Über Opfer unter den Soldaten machte das Verteidigungsministerium zunächst keine Angaben. Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Krankenhausärzte, die Angreifer hätten in einem Operationssaal des Al-Awadi-Militärkrankenhauses zwei jemenitische Ärzte, ihren Patienten - einen bekannten Richter - und dessen Ehefrau erschossen. Auch drei Krankenschwestern seien von den Eindringlingen getötet worden. Die Frauen stammen nach Informationen des Nachrichtenportals „News Yemen“ aus Indien, Venezuela und von den Philippinen.

Blutiger Anschlag im Jemen
Blutiger Anschlag im Jemen

Der getötete Richter war von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi als Berater für den nationalen Dialog ausgewählt worden, der Oppositionelle und Angehörige des Regimes von Ex-Präsident Ali Abdullah Salih versöhnen soll. Die Separatisten aus dem Süden des Landes hatten sich kürzlich aus diesem Forum zurückgezogen. Dass sich die Angreifer überhaupt den Weg zum Ministerium freisprengen konnten, lag wohl auch daran, dass einige von ihnen Uniformen der jemenitischen Armee trugen. Außerdem soll die Lage am westlichen Eingang zu dem Gelände wegen Bauarbeiten unübersichtlich gewesen sein.
Aus dem Ministerium hieß es am Mittag, die meisten der Angreifer seien getötet worden. Die Lage auf dem Gelände sei wieder unter Kontrolle. Präsident Hadi besuchte das Ministerium am Nachmittag. Verteidigungsminister Nasser hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet. (dpa)

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