Thüringen : Sprengstoffbastler hat offenbar Verbindungen zur rechten Szene

Der Sprengstoffbastler, der am Wochenende schwer verletzt wurde, hat möglicherweise Kontakte ins rechte Milieu. Darauf deuten Einträge bei Facebook hin.

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In Großbartloff (Thüringen) entdeckte die Polizei ein Sprengstofflabor.
In Großbartloff (Thüringen) entdeckte die Polizei ein Sprengstofflabor.Foto: dpa

Ein Sprengstoffbastler, der am Sonnabend bei einer Explosion im thüringischen Großbartloff schwer verletzt wurde, hat möglicherweise Verbindungen in rechtsextreme und rechtspopulistische Milieus. Auf der Facebook-Seite des 20-jährigen Eric F. finden sich in der Rubrik „Gefällt mir“ die Logos von NPD, AfD und der „Deutsch-Russischen Bruderschaft“, die mit Eisernem Kreuz und Zarenadler für sich wirbt. Eric F. äußert auch Sympathie für den Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs, Heinz-Christian Strache, und den Vorsitzenden der AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“, Markus Frohnmaier, der mit der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“ fraternisiert.

Es werde geprüft, ob Eric F. „sich in eine bestimmte Richtung politisch betätigt hat“, sagte am Dienstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen dem Tagesspiegel. Bislang könnten die Explosion und die möglichen politischen Vorlieben des Mannes „nicht in Kontext gebracht werden“. Ermittelt werde wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Ein Polizeisprecher hatte zuvor erklärt, dem Mann sei der Bau von Rohrbomben zuzutrauen.

Der auf Fotos harmlos wirkende, pausbäckige Eric F. hatte am Sonnabend in einem Labor auf dem Grundstück seiner Eltern mit Chemikalien hantiert. Dabei kam es zur Explosion. Der Staatsanwaltschaft zufolge verlor Eric F. mehrere Finger. Er liege im Krankenhaus und sei nicht ansprechbar, befinde sich aber nicht mehr in Lebensgefahr.

In der Wohnung von Eric F. in Heilbad Heiligenstadt entdeckte die Polizei ein weiteres Sprengstofflabor. Sicherheitskreise sagten, bei den am Wochenende sichergestellten Substanzen befinde sich womöglich das hochgefährliche TATP. Das ist Sprengstoff, den Terrorprofis nutzen. TATP hatten auch die Attentäter des IS im November 2015 bei den Anschlägen in Paris eingesetzt.

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