Tod in Polizeigewahrsam : Baltimore entschädigt Familie von Freddie Gray

Der Afro-Amerikaner Freddie Gray wurde bei seiner Festnahme so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Nun erhält seine Familie 5,7 Millionen Euro Entschädigung.

Die Mutter von Freddie Gray, Gloria Darden, kurz nach dem Tod ihres Sohnes auf dem Weg zum Staatsanwalt.
Die Mutter von Freddie Gray, Gloria Darden, kurz nach dem Tod ihres Sohnes auf dem Weg zum Staatsanwalt.Foto: Jose Luis Magana/Reuters

Fünf Monate nach dem Tod des jungen Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam hat sich die Stadt Baltimore mit den Angehörigen auf eine millionenschwere Entschädigung geeinigt. Die selbst für US-Verhältnisse hohe Summe von 6,4 Millionen Dollar (5,7 Millionen Euro) werde über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgezahlt, gab die Stadt am Dienstag bekannt. Damit solle eine zivilrechtliche Klage beigelegt werden. Der städtische Finanzausschuss müsse der Vereinbarung noch zustimmen.

Gray hatte im April nach seiner Festnahme in Polizeigewahrsam schwere Rückenverletzungen erlitten, war ins Koma gefallen und eine Woche später gestorben. Es ist nicht bekannt, weshalb Gray festgenommen worden war. Gegen sechs Polizisten, darunter auch Schwarze, laufen Strafverfahren, unter anderem wegen Mordes.

Nach Grays Beerdigung war es in der Ostküstenstadt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Zuvor hatten die Todesschüsse eines weißen Polizisten auf den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown in Ferguson (Missouri) im Sommer 2014 landesweit Empörung und Anti-Rassismus-Proteste ausgelöst. (dpa)

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