Trotz Atomwaffensperrvertrag : USA und Russland verschärfen Rhetorik zu Atomwaffen

Als Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages sind sie eigentlich zur nuklearen Abrüstung verpflichtet. Von Putin und Trump kommen nun aber neue Töne.

Die Bildkombo zeigt den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Die Bildkombo zeigt den künftigen US-Präsidenten Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.Foto: dpa

Die USA und Russland haben ihre Rhetorik zum Umgang mit Atomwaffen verschärft. Der künftige US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag auf Twitter: „Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt.“

Ob er damit auf zuvor in Moskau gemachte Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin und dessen Verteidigungsminister Sergej Schoigu reagierte, blieb zunächst unklar. Putin hatte laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-TASS erklärt: „Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken und dazu sollten wir Raketen entwickeln, die in der Lage sind, jedes gegenwärtige und künftige Raketenabwehrsystem zu überwinden.“

Putin hatte zudem erklärt, auch die nicht-nukleare Schlagkraft der russischen Armee müsse auf ein höheres Niveau gebracht werden, um alle militärischen Bedrohungen neutralisieren zu können. Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung von Präzisionswaffen, modernen Möglichkeiten von Kommunikation und Aufklärung sowie Systemen der elektronischen Kriegsführung.

USA haben 2000 nukleare Sprengköpfe

Die USA verfügen derzeit über das größte Arsenal an stationierten Atomwaffen auf der Welt mit knapp 2000 nuklearen Sprengköpfen. Russland folgt knapp dahinter auf Rang zwei mit rund 1800 stationierten Sprengköpfen. Beide Länder haben jedoch noch Tausende weiterer Sprengköpfe auf Lager, Russland mehr als die USA.

Als Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages sind beide Länder zur nuklearen Abrüstung verpflichtet. Kritiker hatten wiederholt bemängelt, dass dies höchstens numerisch geschehe, sich die Qualität und Flexibilität der zur Verfügung stehenden Kernwaffen aber sogar noch erhöhe. (dpa)

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