Trump über Syrien-Politik : "Enden im dritten Weltkrieg, wenn wir Clinton folgen"

Zwei Wochen vor der Wahl hat Donald Trump seine Konkurrentin erneut heftig kritisiert. Der Rückhalt in der eigenen Partei bröckelt indes weiter: Ex-Außenminister Powell will Clinton wählen.

Donald Trump und Hillary Clinton bei einem Wohltätigkeitsdinner in New York.
Donald Trump und Hillary Clinton bei einem Wohltätigkeitsdinner in New York.Foto: AFP

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seiner Konkurrentin Hillary Clinton vorgeworfen, mit ihrer Syrien-Politik den Weltfrieden zu gefährden. "Wir enden im dritten Weltkrieg über Syrien, wenn wir Hillary Clinton folgen", sagte Trump am Dienstag in einem Reuters-Interview. Clinton hatte sich für die Einrichtung von Flugverbotszonen und sicheren Bereichen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien starkgemacht. Einige Analysten hatten gewarnt, diese Gebiete abzusichern könnte zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen.

"Du kämpfst (dann) nicht mehr gegen Syrien, du kämpfst gegen Syrien, Russland und den Iran, OK? Russland ist eine Atommacht, aber eine, in der die Bomben funktionieren, anders als in anderen Ländern, die nur reden", sagte Trump.

Der umstrittene Kandidat sprach sich dafür aus, dem Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" Vorrang vor allen anderen Zielen in der Außenpolitik einzuräumen. Auch die Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - seit langem ein vorrangiges Ziel der US-Außenpolitik - sei nicht die wichtigste Priorität. "Assad ist zweitrangig für mich, hinter dem IS. Wir sollten uns auf den IS konzentrieren, nicht auf Syrien."

Ex-Außenminister Colin Powell will Clinton wählen

Unterdessen verliert Trump in seiner Partei weiter an Unterstützung. Colin Powell, früherer US-Außenminister unter dem Republikaner George W. Bush, wird bei der Präsidentenwahl am 8. November für die Demokratin Hillary Clinton stimmen. Trump sei nicht für das Präsidentenamt geeignet, sagte Powell am Dienstag. „Er beleidigt Amerika fast jeden Tag.“

Der ehemalige Chefdiplomat ist einer von vielen Republikanern, die sich gegen Trump aussprechen. Auch George W. Bush und sein Vater, Ex-Präsident George Bush, unterstützen Trump nicht. Powells republikanische Amtsnachfolgerin Condoleezza Rice hatte sogar den Rückzug Trumps von der Kandidatur gefordert. (Reuters/dpa)

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