Türkei : Ankara will Verbündete beruhigen

Die Türkei behauptet weiterhin, die "Patriots" hätten einzig und allein die Aufgabe, türkisches Territorium vor Angriffen aus Syrien zu schützen. Die Reaktionen der Nachbarn auf den geplanten Nato-Einsatz aber lassen ahnen, dass die Verbündeten noch das geringste Problem der Türkei sind.

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An der syrisch-türkischen Grenze: Syrische Jugendliche beobachten türkische Soldaten durch den Grenzzaun.
An der syrisch-türkischen Grenze: Syrische Jugendliche beobachten türkische Soldaten durch den Grenzzaun.Foto: Reuters

Angesichts der Debatte in Europa über die Entsendung von „Patriot“- Abwehrraketen der Nato bemüht sich Ankara, Bedenken bei den Verbündeten wegen einer Verwendung der Raketen zu zerstreuen. Die „Patriots“ hätten einzig und allein die Aufgabe, türkisches Territorium vor Luftangriffen oder Raketenbeschuss aus Syrien zu schützen, erklärte der türkische Generalstab am Montag. Unterstrichen wurde das türkische Hilfegesuch durch neue Bombardements der syrischen Luftwaffe in unmittelbarer Grenznähe.

An diesem Dienstag wollen Experten der Nato und der türkischen Armee entlang der 900 Kilometer langen Grenze zwischen der Türkei und Syrien gemeinsam nach geeigneten Stationierungsorten für die „Patriots“ suchen, die aus Deutschland, den Niederlanden und den USA kommen sollen. Der Generalstab in Ankara unterstrich, es gehe bei den „Patriots“ keinesfalls darum, über Syrien eine Flugverbotszone einzurichten.

Nach türkischen Regierungsangaben bombardierten zwei Kampfflugzeuge und ein Hubschrauber der syrischen Regierungstruppen eine Kommandozentrale der Freien Syrischen Armee (FSA) nahe der Grenze der türkischen Provinz Hatay. Die Türkei hatte ihren Ruf nach den Patriots der Nato mit ähnlichen grenznahen Luftangriffen und syrischem Artilleriebeschuss auf türkisches Gebiet begründet. Inzwischen wird auch in der Türkei die Frage nach Sinn und Zweck des angeforderten Nato-Einsatzes diskutiert. Niemand wisse so genau, was die“ Patriots“ eigentlich bewirken sollten, kommentierte die Zeitung „Radikal“. Das Blatt wies darauf hin, dass die betont defensive Natur der Nato-Mission den Einsatzregeln der türkischen Militärs an der syrischen Grenze widerspreche: Ankara hatte Damaskus gewarnt, dass alle syrischen Militäreinheiten, die sich näher als fünf Kilometer an der Grenze befinden, als legitime Ziele betrachtet würden.

Syrien selbst und der Verbündete Iran hatten die Nato-Pläne in den vergangenen Tagen scharf kritisiert. Damaskus sprach von einer "Provokation" durch die Türkei. Der Iran warnte sogar vor einem Krieg.

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