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Türkei : Haftbefehle gegen 47 Ex-Mitarbeiter der Zeitung "Zaman"

Nach dem Putschversuch in der Türkei sind weitere Journalisten verhaftet worden. Diesmal ehemalige Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Zaman".

Protest am Tag der Pressefreiheit in Istanbul
Protest am Tag der Pressefreiheit in IstanbulFoto: dpa/EPA/Sedat Suna

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei sind Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung "Zaman" erlassen worden. Wie ein Behördenvertreter am Mittwoch mitteilte, sind neben leitenden Angestellten auch einige Kolumnisten der Zeitung betroffen. Zur Begründung sagte er, "Zaman" sei das "Aushängeschild" der Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gewesen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

Die auflagenstarke Zeitung "Zaman" und ihre englischsprachige Ausgabe "Today's Zaman" hatten bis ihrer Übernahme durch die Regierung zur Gülen-Bewegung gehört. Im März wurden sie unter Zwangsverwaltung gestellt. Polizisten drangen in die Redaktion ein, der bisherige Chefredakteur Abdülhamit Bilici wurde gefeuert.

Zwei Tage später erschien "Zaman" mit ausschließlich regierungsfreundlichen Artikeln, von der Titelseite lächelte Präsident Recep Tayyip Erdogan. Erdogan macht den im US-Exil lebenden Gülen für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich und verlangt seine Auslieferung.

Der 75-jährige Gründer der einflussreichen Hizmet-Bewegung bestreitet jede Verwicklung. Seit dem Putschversuch gibt es in der Türkei eine Entlassungs- und Verhaftungswelle. Nach Regierungsangaben wurden bereits mehr als 13.000 Menschen festgenommen. Am Montag hatte die türkische Staatsanwaltschaft bereits Haftbefehle gegen 42 Journalisten ausgestellt, darunter auch die bekannte Journalistin Nazli Ilicak.

Sie war 2013 von der regierungsfreundlichen Zeitung "Sabah" entlassen worden, weil sie mehrere Minister kritisiert hatte, die in einen Korruptionsskandal verwickelt waren. Am Dienstag wurde Ilicak verhaftet. (AFP)

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