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Überraschung im NSU-Prozess : NSU-Prozess: Beate Zschäpe will möglicherweise aussagen

Im NSU-Prozess in München könnte es eine überraschende Entwicklung geben. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe möchte ihr Schweigen beenden - als Voraussetzung nennt sie allerdings den Bruch mit ihren drei Verteidigern.

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Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe will möglicherweise im NSU aussagen.
Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe will möglicherweise im NSU aussagen.Foto: dpa

Im NSU-Prozess bahnt sich möglicherweise eine Wende an. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe hat nach Informationen des Tagesspiegels in einem Schreiben an das Oberlandesgericht München angekündigt, ihr Schweigen beenden zu wollen. Als Voraussetzung nennt Zschäpe allerdings den Bruch mit ihren drei Verteidigern. „Da ich mich durchaus mit dem Gedanken beschäftige, etwas auszusagen, ist eine weitere Zusammenarbeit unmöglich“, heißt es in dem vierseitigen, handschriftlich verfassten Papier, das Zschäpe vergangenen Donnerstag dem Vorsitzenden Richter des 6. Strafsenats, Manfred Götzl, geschickt hat. Wozu sich Zschäpe äußern will, sagt sie jedoch nicht.

Viele Prozessbeteiligte hoffen, dass Zschäpe endlich redet

Die Anwälte betonten am Freitag in  eigenen Erklärungen, sie stünden ihrer Mandantin für Gespräche über die Verteidigungsstrategie zur Verfügung. Viele Prozessbeteiligte hoffen darauf, dass Zschäpe endlich redet. Auch nach mehr als zwei Jahren Prozess mit jetzt 211 Verhandlungstagen sind viele Fragen offen. Ungeklärt ist unter anderem, wie sich die Terrorzelle NSU die Opfer der zehn Mordanschläge aussuchte und woher ein Teil der mehr als 20 Waffen stammt, über die zumindest die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verfügten.

    Zschäpes Schreiben an Richter Götzl ist eine Stellungnahme zum Konflikt mit Anwältin Anja Sturm und den Co-Verteidigern Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl. Die Angeklagte hatte Anfang Juni beim Strafsenat die „Entbindung“ Sturms als Pflichtverteidigerin beantragt. Zschäpe ist allerdings mit allen drei Anwälten unzufrieden. Die jetzt beim Strafsenat eingegangene Stellungnahme wurde offensichtlich mit Hilfe eines externen Anwalts abgefasst. Zschäpe erwähnt  beispielsweise trotz fehlender juristischer Kenntnisse eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs.

Gegenwärtig ist offen, ob ein externer Anwalt in den Prozess einsteigt

Es bleibt jedoch offen, ob ein externer  Anwalt als zusätzlicher Verteidiger in den Prozess einsteigt. Ein Jurist aus Mannheim, der auf die Frage vergangene Woche weder ja noch nein sagen wollte, steht nun nach Informationen des Tagesspiegels offenbar nicht zur Verfügung. Ein möglicher Grund ist der enorme Prozessstoff, in den sich ein Strafverteidiger einarbeiten müsste. Ein Münchner Anwalt, der mutmaßlich Kontakt zu der Angeklagten hält, sagte am Freitag nur, „ich gebe zu Frau Zschäpe überhaupt keine Auskunft“. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Wann Richter Götzl die Entscheidung über einen Entpflichtung Sturms oder ihren Verbleib ihm Prozess verkünden wird, ist offen.

Seit ihrer Festnahme verweigert Beate Zschäpe jegliche Angaben zur Terrorzelle NSU

     Seit ihrer Festnahme am 8. November 2011 in Jena hat Zschäpe jegliche Angabe zur Terrorzelle NSU verweigert. Die Angeklagte war 1998 mit Mundlos und Böhnhardt aus Jena verschwunden. Die drei verbrachten fast 14 Jahre im Untergrund. Mundlos und Böhnhardt erschossen neun Migranten türkischer und griechischer Herkunft sowie eine „biodeutsche“ Polizistin. Außerdem verübten die beiden Rechtsextremisten mindestens zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe vor, bei allen Verbrechen die Mittäterin gewesen zu sein. Mundlos und Böhnhardt sind tot. Sie erschossen sich am 4. November 2011, als ihnen die Polizei in Eisenach nach einem Banküberfall auf die Spur kam.

    

 

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