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Ukraine-Krise : Drei Tote bei Explosion in Charkiw - Entspannung im Donbass

Ist Minsk doch nicht Makulatur? Kiew hat sich mit den Separatisten in der Ostukraine auf einen Waffenabzug geeinigt. Und auch zu einem Gefangenenaustausch ist es gekommen. Doch dann explodierte in Charkiw eine Bombe.

Ein Separatist in der Ostukraine beim Gefangenenaustausch.
Ein Separatist in der Ostukraine beim Gefangenenaustausch.Foto: AFP

Bei einer Explosion in der ukrainischen Stadt Charkow sind mindestens drei Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Der Zwischenfall habe sich während einer Gedenkveranstaltung für Soldaten ereignet, die gegen prorussische Separatisten kämpfen, berichtete der Fernsehsender „112“ am Sonntag. Augenzeugen sagten dem Sender, die Opfer seien bei einem Marsch in den vorderen Reihen gegangen. Die Hintergründe der Detonation waren zunächst unklar.

Dabei gab es im Konflikt um der Ostukraine zuvor einige Signale der Entspannung: Die Ukraine und die prorussischen Separatisten im Osten des Landes haben sich nach Armeeangaben aus Kiew schriftlich darauf verständigt, mit dem Abzug schwerer Waffen von der Front zu beginnen. "Die Dokumente zum Beginn des Abzugs schwerer Waffen von der gesamten Frontlinie wurden unterzeichnet", teilte der ranghohe General Olexander Rosmasnin am Sonntagvormittag der Nachrichtenagentur AFP mit. Der Abzug der Waffen ist einer der im Abkommen von Minsk vorgesehenen Punkte zur Befriedung des Konflikts.

Am Samstag wiederum war es offenbar zu dem vereinbaren Gefangenenaustausch zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten gekommen in der Ostukraine gekommen.

Das bestätigte ein Vertreter des nationalen Sicherheitsrats am Sonntagmorgen auf seiner Facebook-Seite. Er veröffentlichte dort eine Liste von 139 ukrainischen Soldaten. Sie wurden am Samstagabend in einem Dorf in Nähe der Separatisten-Hochburg Luhansk freigelassen, wie Reuters-Reporter beobachteten. Dies geschah im Austausch mit 52 Kämpfern der Aufständischen.

Die Aktion ist einer der ersten Schritte zur Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarung vom 12. Februar. Seit Inkrafttreten einer Waffenruhe vor einer Woche haben sich die Gefechte in vielen Gegenden zwar abgeschwächt. Aber die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt durch Separatisten am Mittwoch bedeutet eine erhebliche Gefährdung des Abkommens. AFP/rtr/dpa

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