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Ukraine-Krise : Kiew: Kampfjets wurden von Russland aus abgeschossen

Prorussische Separatisten haben zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen. Laut der Regierung in Kiew sollen die Raketen von russischem Territorium aus gestartet worden sein.

Zwei Maschinen des Typs Suchoj SU-25 (hier ein Archivbild) wurden abgeschossen.
Zwei Maschinen des Typs Suchoj SU-25 (hier ein Archivbild) wurden abgeschossen.Foto: dpa

Über dem Osten der Ukraine sind am Mittwoch zwei Kampfjets vom Typ Suchoi Su-25 abgeschossen worden. Die Raketen, die die Flugzeuge trafen, seien "nach vorläufigen Informationen von russischem Territorium aus abgeschossen" worden, erklärte der Sicherheitsrat der Ukraine. Der Abschuss ereignete sich knapp eine Woche nach dem Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs in einem Gebiet, das höchstens 50 Kilometer entfernt liegt. Die Kampfflieger vom Typ Su-25 seien in einer Höhe von 5200 Metern unterwegs gewesen, erklärte der Sicherheitsrat. Die Piloten der Kampfjets konnten sich nach Angaben von Militärsprecher Wladislaw Selesnow mit dem Schleudersitz retten. Die Aufständischen hatten in den vergangenen Wochen mehrfach ukrainische Militärflugzeuge, darunter auch Kampfjets, abgeschossen. Die USA haben die Separatisten beschuldigt, auch die Boeing 777 der Malaysia Air mit einer Rakete zerstört zu haben. Über der krisengeschüttelten Ostukraine war am vergangenen Donnerstag ein malaysisches Passagierflugzeug mit 298 Menschen an Bord abgestürzt. Die Separatisten weisen Vorwürfe zurück, sie hätten auch diese Maschine abgeschossen. Die Rebellen wiederum werfen der ukrainischen Armee vor, die Boeing 777-200 mit einer Rakete getroffen zu haben.

Schwarzmeerflotte wird gestärkt

Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland plant der Kreml, die dort stationierte Schwarzmeerflotte deutlich zu verstärken. In einer Mitteilung an die Soldaten kündigte der Kommandant der Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, am Mittwoch einen Ausbau der Luftwaffenanlagen sowie die Stationierung von Raketen, Bodentruppen und mehr Marinepersonal an. "Wir bereiten die Stützpunkte und Besatzungen darauf vor, auf neuen Schiffen und U-Booten zu dienen", heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Grafik zeigt, wo die zwei ukrainischen Kampfjets abgeschossen wurden.
Die Grafik zeigt, wo die zwei ukrainischen Kampfjets abgeschossen wurden.Foto: AFP

Die russische Schwarzmeerflotte ist seit dem 18. Jahrhundert auf der Krim stationiert. Auch nach dem Ende der Sowjetunion und der anschließenden Selbständigkeit der Ukraine regelte ein Vertrag den Verbleib der russischen Marine im Hafen von Sewastopol. Im Frühjahr schlug Moskau die Halbinsel ungeachtet internationaler Proteste dem eigenen Territorium zu.

Bereits im Mai hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu angekündigt, bis zum Jahr 2020 mehr als 86 Milliarden Rubel (rund 1,83 Milliarden Euro) in diese Flotte investieren zu wollen. Zudem ist der Bau einer Brücke zwischen der Krim und dem russischen Festland geplant. Ein neues Kraftwerk soll die Energieabhängigkeit der Krim-Basen von der Ukraine reduzieren. (AFP/dpa)

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