Ukraine : Schutzwall gegen Russland soll 2018 stehen

Trotz angespannter Wirtschaftslage plant die Ukraine weiter einen Schutzwall gegen Russland, allerdings in einer inzwischen abgespeckten Variante. Von einer "Mauer" ist nicht mehr die Rede. Das Projekt war international auf Kritik gestoßen.

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Die Sperranlagen der Ukraine an der russischen Grenze nehmen Gestalt an.
Die Sperranlagen der Ukraine an der russischen Grenze nehmen Gestalt an.Foto: dpa

Die Regierung der Ukraine hält am Bau des sogenannten Europäischen Schutzwalls fest – trotz der wirtschaftlichen Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat. Bis 2018 soll das Projekt fertiggestellt sein, aber offenbar in einer abgespeckten Variante. Anstatt, wie noch im vergangenen Jahr geplant, eine meterhohe Mauer, Zäune und weitläufige Sicherheitsanlagen an der Grenze zu Russland zu errichten, ist zumindest von einer Mauer nun nicht mehr die Rede.

Die Baukosten werden jetzt mit vier Milliarden Griwna angegeben, umgerechnet etwa 1,7 Milliarden Euro. Mithilfe des Geldes soll die rund 2200 Kilometer lange Grenze zwischen der Ukraine und Russland mit einem zusammenhängenden System technischer Anlagen ausgestattet werden. Künstliche Hindernisse, Wachtürme, Zäune und Gräben sollen künftig den illegalen Grenzübertritt erschweren. Auf der Internetseite der Regierung wird mitgeteilt, dass die Grenze zudem durch elektronische Steuerungssysteme sicher gemacht werden soll. „Wir haben komplett umgedacht. Die elektronische Sicherung ist zehnmal effektiver und erlaubt eine Kontrolle der gesamten Grenze“, sagte auch Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk.

Die Idee stieß international auf Kritik

Laut Medienberichten sollen vor allem einheimische Firmen mit dem Bau der Anlagen beauftragt worden sein. Intern ist jedoch die Rede davon, dass die Ukraine sich nicht nur auf eigene Spezialisten verlässt. Mit Experten aus den USA, der EU und aus Israel habe es Gespräche gegeben, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Unian. Zudem taucht die Region Dnepropetrowsk in den aktuellen Plänen nicht mehr auf.

Deren früherer Gouverneur, der Oligarch Igor Kolomoiskji, hatte sich im Sommer 2014 für den Bau einer Mauer ausgesprochen. Wie an den Grenzen im Süden der USA oder zum Gaza-Streifen sollte im Osten der Ukraine eine meterhohe Sperranlage errichtet werden. Doch die Idee war international auf Kritik gestoßen. Denn es war ursprünglich eine 25 Meter breite Hochsicherheitszone geplant, mit einem vier Meter Betonwall und einem drei Meter tiefen Wassergraben. Davon hat man allerdings nun offenbar Abstand genommen.

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