Umstrittenes Sparpaket : Der weltberühmte Musiker Theodorakis spricht von "Verrat"

Der weltberühmte griechische Musiker und Ex-Widerstandskämpfer Mikis Theodorakis bezeichnet die Billigung des Sparpaketes als "Verrat". Am Sonntag hatte der 86-Jährige bereits am Massenprotest teilgenommen.

Theodorakis (m.) bei dem gestrigen Massenprotest gegen das Sparpaket.
Theodorakis (m.) bei dem gestrigen Massenprotest gegen das Sparpaket.Foto: AFP

Im griechischen Massenprotest gegen das umstrittene Sparprogramm hat auch der weltberühmte Musiker Mikis Theodorakis (86) teilgenommen. Eine Billigung der von den internationalen Geldgebern erzwungenen Kürzungen sei „Verrat“, schimpfte Theodorakis am Rande einer Kundgebung vor dem Parlament in Athen.

Die Teilnahme an der Demonstration auf dem Syntagma-Platz musste Theodorakis wegen Atemnot abbrechen. Zuvor hatte die Polizei massiv Tränengas gegen Randalierer eingesetzt.

Massenproteste und hitzige Parlamentsdebatte in Griechenland
Während im Parlament die Debatte über das neue Sparpaket andauert, haben Randalierer in Athen schwere Verwüstungen angerichtet.Weitere Bilder anzeigen
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12.02.2012 23:09Während im Parlament die Debatte über das neue Sparpaket andauert, haben Randalierer in Athen schwere Verwüstungen angerichtet.

Der Komponist, Dirigent und einstige Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg Theodorakis zählt weltweit zu den bekanntesten lebenden Griechen. Nach dem Ende der Diktatur hatte er er sich auch in der Politik versucht. Andere bekannte Mitglieder des Widerstandskampfes während des Zweiten Weltkrieges bezeichneten die Proteste gegen die Sparpolitik als „Volksaufstand“.

In seinem Protestaufruf spricht Theodorakis davon, dass "die ausländischen Banken, mittels ihrer Marionetten-Regierung in Athen, das Erbe des griechischen Volkes, zu plündern gedenken". Der Weg, den die Regierung eingeschlagen hat, unter der Aufsicht von Banken und ausländischen Unternehmen, führe Griechenland in die Katastrophe, sagte der 86-Jährige. Die Demokratie sei in Athen geboren und man dürfe "nicht zulassen, dass die Banken die europäische Demokratie zerstören, um riesige Summen aus ihnen herauszupressen, die sie selbst als Schulden generiert haben", so Theodorakis weiter.

Die komplette Protestnote von Mikis Theodorakis gegen die Sparmaßnahmen der EU finden Sie hier. (mit dpa)

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