Politik : Unicef: Jedes Jahr 500 000 Tote durch Kleinwaffen

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Berlin - Fünf Jahre nach der ersten UN-Konferenz zu Kleinwaffen wird nach wie vor zu wenig gegen diese, so Unicef- Vorsitzende Heide Simonis, „Massenvernichtungswaffen unserer Zeit“ getan. Deshalb haben das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und das Internationale Konversionszentrum in Bonn kurz vor Beginn der UN-Überprüfungskonferenz für das Aktionsprogramm zu Kleinwaffen am kommenden Montag die Bundesregierung aufgefordert, sich in New York für ein verbindliches internationales Waffenhandelsabkommen einzusetzen. Dieses müsse „Kriterien wie Menschenrechte und Konfliktsituationen“ berücksichtigen. Zudem solle sich Deutschland mit Blick auf die Ratspräsidentschaft 2007 „für EU-weit rechtlich verbindliche Rüstungsexportkriterien“ einsetzen, hieß es am Freitag in Berlin.

Durch etwa 600 Millionen Kleinwaffen sterben jedes Jahr etwa eine halbe Millionen Menschen. Ihre Verbreitung erleichtere den Missbrauch von Kindern, sagte Johannes Wedenig, Leiter der Unicef-Programme im Ostkongo. Russische AK-47 oder deutsche G3 seien so leicht, dass ein Zehnjähriger sie bedienen könne. Im Ostkongo gebe es nach wie vor noch bis zu 7000 Kindersoldaten – Jungen wie Mädchen. Die meisten Opfer des Konfliktes seien Kleinstkinder. Wedenig fordert, das UN-Waffenembargo „endlich konsequent durchzusetzen“. Er begrüßte den Einsatz der EU-Truppen zu den Wahlen im Kongo, der sich vor allem auf den Bereich der Hauptstadt im Westen beschränkt. Im Osten, so Wedenig, sei die Situation lange nicht mehr so kritisch, seit vor dreieinhalb Jahren UN-Soldaten dort ihren Einsatz begannen. cir

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