Urteil in Winterbach : Zweieinhalb Jahre Gefängnis für Rechtsextreme

26.03.2012 15:33 Uhr
Die Gartenlaube wurde abgebrannt, während sich die Angegriffenen in ihr versteckten. Foto: DPA
Die Gartenlaube wurde abgebrannt, während sich die Angegriffenen in ihr versteckten. - Foto: DPA

Zwei Rechtsextreme wurden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem sie mehrere Menschen mit Migrationshintergrund schwer verletzt hatten.

Knapp ein Jahr nach dem Angriff von Rechtsextremen auf Migranten im baden-württembergischen Winterbach (Rems-Murr-Kreis) gibt es den ersten Richterspruch: Das Landgericht Stuttgart hat zwei Angeklagte zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Der Vorsitzende Richter Joachim Holzhausen sprach am Montag von einer „Hetzjagd“, bei der die Opfer den Angreifern „wehrlos ausgesetzt“ gewesen seien. Die angeklagten Männer im Alter von damals 20 und 21 Jahren hätten bei der Tat acht Menschen schwer verletzt.

In der Nacht auf den 10. April 2011 hatten nach Auffassung des Gerichts rund zehn Rechtsgerichtete eine Grillparty von Menschen aus türkischen oder italienischen Einwandererfamilien angegriffen. Dabei wurde auch eine Gartenhütte angezündet, in die einige Migranten vor dem Angriff geflüchtet waren.

„Es bleibt uns, so bitter es ist, die Erkenntnis, dass es mitten unter uns Menschen gibt, die aus gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit schwerste Straftaten begehen“, sagte Holzhausen. Die Rechtsextremen hätten die Migranten angegriffen - „alleine deshalb, weil sie anders sind“. (dapd)

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