US-Bundesstaat Wisconsin : Erneut schwarzer Jugendlicher durch Polizeischüsse getötet

In den USA ist erneut ein schwarzer Jugendlicher durch Polizeischüsse getötet worden. Nach Angaben des Polizeichefs wurde der Beamte im US-Bundesstaat Wisconsin von dem unbewaffneten 19-Jährigen angegriffen. Der Polizist zog seine Waffe und schoss.

Am 4. März 2015 demonstrierten Schwarze in Ferguson gegen die Polizeigewalt in den USA.
Am 4. März 2015 demonstrierten Schwarze in Ferguson gegen die Polizeigewalt in den USA.Foto: AFP

Der 19-Jährige habe am Freitagabend in Madison im Bundesstaat Wisconsin einen Polizisten angegriffen und sei dann von diesem erschossen worden, teilte der Polizeichef der Stadt, Mike Koval, am Samstag mit. Ersten Ermittlungen zufolge habe der Jugendliche aber keine Waffe gehabt, sagte Koval dem lokalen Fernsehsender WKOW.

Der Polizist war nach Angaben des Polizeichefs zu dem Jugendlichen nach Hause gegangen, weil dieser verdächtigt wurde, den Straßenverkehr gestört und jemanden geschlagen zu haben. Weil er von drinnen Lärm gehört habe, habe sich der Beamte gewaltsam Zugang zu der Wohnung verschafft. Dort habe der Jugendliche den Polizisten angegriffen, "der seine Pistole gezogen und geschossen hat". Der Beamte habe zwar "sofort" Erste Hilfe geleistet, der junge Mann sei aber im Krankenhaus "seinen Schussverletzungen erlegen".

Nach dem Vorfall versammelten sich Fernsehberichten zufolge dutzende Demonstranten vor dem Haus, die Slogans wie "Das Leben von Schwarzen zählt" riefen.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Fälle von tödlichen Schüssen auf Schwarze durch weiße Polizisten die USA erschüttert. Im August war in der Kleinstadt Ferguson der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten getötet worden. Eine sogenannte Grand Jury aus überwiegend weißen Laienrichtern kam aber im November zu dem Schluss, dass sich der Polizist nichts zuschulden kommen ließ. Der Fall führte in Ferguson und zahlreichen anderen Städten zu teils gewaltsamen Protesten und löste eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt aus. (AFP)

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