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US-Präsident kritisiert Golfstaat : Trump brandmarkt Katar als langjährigen Terrorfinanzier

Der US-Präsident kritisiert Katar deutlich. Außenminister Tillerson wiederholt seine Forderung, den Boykott mittels Deeskalation und Verhandlungen zu beenden, und widerspricht dem Pentagon in Bezug auf den Kampf gegen den IS.

US-Präsident Trump bei einer Rede im saudi-arabischen Riad.
US-Präsident Trump bei einer Rede im saudi-arabischen Riad.Foto: Reuters/Jonathan Ernst

US-Präsident Donald Trump hat Katar als langjährigen finanziellen Unterstützer von Extremismus bezeichnet. „Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau“, sagte Trump am Freitag in Washington. Damit müsse Schluss sein, forderte er.

Sein Außenminister Rex Tillerson hatte kurz zuvor eine Lockerung des Embargos gegen den Golfstaat durch Saudi-Arabien und seine Verbündeten gefordert. Er begründete dies am Freitag in Washington unter anderem mit dem Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die gegen Katar verhängte Blockade, die mit dem Vorwurf der Terrorhilfe begründet wurde, erschwere die US-Militäroperationen in der Region, sagte Tillerson. Am Montag hatte der US-Außenminister noch gesagt, er erwarte nicht, dass der Abbruch der Beziehungen zu Katar maßgeblich Auswirkung auf den Kampf gegen den Terrorismus haben werde.

Pentagon sieht keine Auswirkungen auf US-Operationen

Tillersons Aussage vom Freitag widersprach auch der Position des US-Verteidigungsministeriums. Ein Pentagon-Sprecher hatte unmittelbar zuvor gesagt, die Katar-Blockade habe bislang "überhaupt keine Auswirkungen" auf die US-Operationen. Die USA haben in Katar ihre größte Militärbasis in der Region. Rund 10.000 Soldaten sind dort stationiert.

Tillerson begründete seine Forderung auch damit, dass das Katar-Embargo "humanitäre" Folgen für die katarische Bevölkerung wie etwa Nahrungsmittelknappheit habe und Geschäftsaktivitäten der USA und anderer Länder in der Region erschwere. Er forderte zugleich, dass der Golfstaat seine Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus verstärken müsse, auch wenn Katar in dieser Hinsicht bereits Fortschritte gemacht habe.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die Blockade zu Wochenbeginn überraschend verhängt. Die diplomatischen Beziehung wurde abgebrochen, der Flugverkehr eingestellt und Katars einzige Landgrenze von Saudi-Arabien geschlossen.

Die drastischen Maßnahmen begründeten die Staaten unter anderem damit, dass Katar Verbindungen zu "Terrororganisationen" unterhalte. US-Präsident Donald Trump hatte die Blockade in einer ersten Reaktion als positives Ergebnis seines Besuchs im Mai in Saudi-Arabien bezeichnet und von einem möglichen "Anfang vom Ende des Horrors des Terrorismus" gesprochen. Wenig später vollzog er jedoch eine Kurskorrektur und schaltete sich als Vermittler in den Konflikt ein. (mm, dpa, AFP)

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