US-Wahlkampf : Donald Trump kandidiert für das Präsidentenamt

Für die US-Präsidentschaftswahl 2016 hat ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Noch ist nicht klar, ob der Milliardär Donald Trump für die Republikaner oder als unabhängiger Kandidat antreten will.

Der Milliardär Donald Trump will die USA "wieder zu alter Größe führen".
Der Milliardär Donald Trump will die USA "wieder zu alter Größe führen".Foto: Justin Lane/dpa

Bei einem spektakulären Auftritt in New York gab Multi-Milliardär Donald Trump am Dienstag seine Kandidatur bekannt. "Ich bin offiziell Kandidat für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten", sagte der 69-Jährige im New Yorker Trump Tower. Die Demokraten reagierten mit Sarkasmus.

Große Show mit großen Worten

Trump gab seine Kandidatur bei einem Auftritt mit Show-Charakter bekannt: Der Immobilien-Tycoon ließ sich auf einer Rolltreppe zum Hit "Rockin' In The Free World" des kanadischen Sängers Neil Young zu einer Bühne hinab bringen, nachdem er von seiner Tochter Ivanka vorgestellt wurde.
Von der mit US-Flaggen geschmückten Bühne kritisierte der auch aus dem US-Fernsehen bekannte Immobilienhändler die Außen- und Wirtschaftspolitik der aktuellen Regierung und verspottete rivalisierende Präsidentschaftskandidaten. Während andere Politiker von "speziellen Interessen" geleitet seien, wolle er "Amerikas Niedergang" aufhalten. "Wir werden unser Land wieder zu alter Größe führen", sagte Trump.

"Die Vereinigten Staaten sind zum Abladeplatz der Probleme aller anderen geworden", kritisierte der exzentrische Milliardär. "Unser Land steckt in ernsten Schwierigkeiten. Wir feiern keine Siege mehr." Trump versprach, die US-Armee aufzurüsten, der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Stirn zu bieten, den Abschiebestopp von Ausländern ohne gültige Papiere aufzuheben und für Waffenbesitz einzutreten.
Zwar sieht Trump sich als Republikaner und unterstützte in der Vergangenheit republikanische Präsidentschaftsbewerber, in seiner Rede aber machte er keine expliziten Angaben dazu, ob er für die Republikaner oder als unabhängiger Kandidat antreten will.

Doppelt so reich wie gedacht

Der eigensinnige und stets Wert auf großen Auftritt legende Trump verwies auch ausdrücklich darauf, dass sein Nettovermögen mehr als acht Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) und damit doppelt soviel wie die vom Magazin "Forbes" geschätzten 4,1 Milliarden Dollar beträge."Ich mache das nicht, um anzugeben", sagte Trump und wedelte mit einem Papier mit Details über seinen Reichtum. "Ich mache das, um zu sagen, dass dies die Art Denken ist, die unser Land braucht." Die nächste Präsidentschaftswahl werde nach Kompetenz entschieden, in den USA gebe es aber "Verlierer" und "Menschen, die das Land den Bach runtergehen lassen".
Trump versprach, die schwächelnde Infrastruktur in Gang bringen zu wollen, Arbeitsplätze zu schaffen und sich um Kriegsveteranen zu kümmern. Zugleich stellte er die Arbeitslosenquote in Frage. Diese liege bei über 20 Prozent und nicht bei der von der Regierung angegebenen Zahl von unter sechs Prozent. "Glaubt nicht den 5,6 Prozent", sagte Trump. China und Mexiko hätten den USA Arbeitsplätze weggenommen, sagte Trump weiter. "Wann war das letzte Mal, dass wir China etwa bei einem Handelsabkommen geschlagen haben?" Er dagegen schlage China "immer", sagte er zu Sprechchören im Publikum mit dem Slogan "Wir wollen Trump".

Die demokratische Parteiführung reagierte sarkastisch auf Trumps Präsidentschaftskandidatur, noch bevor dieser seine Rede beendet hatte. "Er bringt etwas von der benötigten Ernsthaftigkeit mit, die dem republikanischen Lager vorher fehlte", sagte eine Sprecherin.
Bei den Demokraten gilt die frühere Außenministerin und First Lady Hillary Clinton als klare Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur. Bei den Republikanern zeichnet sich mit einer Vielzahl von Kandidaten ein hartes Rennen ab, erst am Montag hatte ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, seinen Hut in den Ring geworfen. Die Vorwahlen beider Parteien beginnen Anfang kommenden Jahres, gekürt werden die Kandidaten auf Parteitagen im Sommer 2016. AFP

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