V-Mann "Corelli" : Verfassungsschutz bestreitet Kontakt zu NSU

Laut Berichten soll es Kontakt zwischen dem Verfassungsschutz und einem V-Mann aus dem NSU-Umfeld gegeben haben. Das Bundesamt wies diese nun zurück.

November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht sich die Bundesrepublik erstmals seit der Wiedervereinigung mit rechtsextremem Terror in größerem Ausmaß konfrontiert. Schnell ist die Rede vom Jenaer Neonazi-Trio um Beate Z. (36), Uwe B. (34) und Uwe M. (38). Ihre Spur lässt sich bis in die 90er Jahre zurückverfolgen.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
20.03.2013 13:59November 2011: Nach Ermittlungen um einen missglückten Banküberfall in Arnstadt und ein explodiertes Wohnhaus in Zwickau sieht...

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat Presseberichte über Kontakte zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zurückgewiesen. Es habe „zu keiner Zeit einen nachrichtendienstlichen Zugang zum NSU gehabt“, erklärten das BfV am Donnerstagabend.

Die Berliner „tageszeitung“ und Spiegel Online hatten zuvor berichtet, das Bundesamt für Verfassungsschutz habe jahrelang einen V-Mann aus dem Umfeld des NSU geführt. Der Neonazi Thomas R. aus Sachsen-Anhalt sei mindestens von 1997 bis 2007 unter dem Decknamen „Corelli“ als Quelle geführt worden. Die Kontaktdaten des V-Manns finden sich laut „taz“ auf einer Adressliste, die die Ermittler 1998 nach dem Abtauchen der drei Mitglieder des NSU beschlagnahmt hatten.

Die V-Männer im Umfeld des NSU sorgen derzeit für Aufregung. Ein V-Mann der Berliner Polizei soll bereits 2002 Hinweise auf den Verbleib der NSU-Mitglieder gegeben haben. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) steht unter Druck, weil er die Angaben über den V-Mann Thomas S. nicht an den zuständigen Bundestags-Untersuchungsausschuss weitergeleitet hatte.

(AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben