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Verdächtiger Brief an Joachim Gauck : Falscher Alarm in Schloss Bellevue

Ein verdächtiger Brief an den Bundespräsidenten setzte die Polizei am Freitag in Aufruhr. Erst nach einer kontrollierten Sprengung ergaben die Untersuchungen: es war gar kein Sprengstoff drin.

von und Timo Kather
Das Schloss Bellevue in Tiergarten. Der verdächtige Brief wurde im Garten hinter dem Anwesen kontrolliert gesprengt.
Das Schloss Bellevue in Tiergarten. Der verdächtige Brief wurde im Garten hinter dem Anwesen kontrolliert gesprengt.Foto: AFP

Der Verdacht auf Sprengstoff in einem Brief an Bundespräsident Joachim Gauck hat sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden nicht bestätigt. Dies ergaben die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes nach Entschärfung des Schreibens, wie eine Ministeriumssprecherin am Freitagabend mitteilte.

Beamte des Bundeskriminalamts waren gegen 11 Uhr auf einen an Bundespräsident Joachim Gauck adressierten Brief aufmerksam geworden. Die Beamten durchleuchteten die eingehenden Poststücke in einem eigens dafür vorgesehenen Gebäude am Eingang routinemäßig auf verdächtige Gegenstände. Sie alarmierten umgehend die Bundespolizei. Eine Gruppe von Sprengstoffexperten untersuchte den Gegenstand. "Nachdem sich der Verdacht des Vorliegens eines Initialsprengstoffes bestätigt hatte, wurde der Brief im Park von Schloss Bellevue kontrolliert gesprengt", sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes. Initialsprengstoffe sind hochexplosiv. Die Ermittler gingen aber nicht davon aus, dass eine Gefahr für Mitarbeiter der Behörde bestünde, auch die Gebäude wurden nicht evakuiert. Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt hätten sich zu der Zeit zwar in Berlin, aber nicht im Schloss Bellevue aufgehalten.

Das BKA übernahm die Ermittlungen in dem Fall. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gab es laut einem Sprecher des Bundespräsidialamtes nicht, aber es galt eine erhöhte Wachsamkeit. Bundespräsident Gauck und seine Lebensgefährtin hatten bereits vor dem Sprengstoffalarm geplant, die Nacht nicht in Schloss Bellevue zu verbringen, sagte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes.

Bereits im Herbst 2010 war im Kanzleramt eine Paketbombe sichergestellt worden. Damals handelte es sich um ein aus Griechenland stammendes Paket, das direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert war. Verletzt wurde damals niemand.

Am Nachmittag gegen 16 Uhr wurde in der Charlottenburger Mommsenstrasse ein zweiter Bombenalarm ausgelöst. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei ein "verdächtiger Gegenstand" gemeldet worden. Kriminaltechniker wurden entsandt, um den Gegenstand zu überprüfen. Er entpuppte sich als Metallkoffer einer Nachbarin. (mit dpa)

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