Vereinte Nationen : Portugiese Guterres nach erster Probewahl Favorit für UN-Chef

Der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, António Guterres, hat gute Aussichten auf die Wahl zum neuen UN-Generalsekretär. Dies verlautete aus Diplomatenkreisen.

Der 67-jährige Antonio Manuel de Oliveira Guterres erhielt offenbar bei der ersten Probewahl die meisten Stimmen.
Der 67-jährige Antonio Manuel de Oliveira Guterres erhielt offenbar bei der ersten Probewahl die meisten Stimmen.Foto: picture alliance / dpa

Der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, der Portugiese Antonio Guterres, hat offenbar gute Chancen auf den Posten des UN-Generalsekretärs. Der 67-jährige Guterres habe bei einer ersten geheimen Probewahl im UN-Sicherheitsrat am Donnerstag (Ortszeit) die meisten positiven Stimmen bekommen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Auf dem zweiten Platz landete der frühere slowenische Präsident Danilo Turk, dahinter die Unesco-Chefin Irina Bokowa.

Insgesamt bewerben sich bislang sechs Frauen und sechs Männer um die Nachfolge des derzeitigen UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon, dessen Amtszeit Ende des Jahres ausläuft. Nach den ungeschriebenen Verteilungsprinzipien der UN sollte eigentlich ein Kandidat oder eine Kandidatin aus Osteuropa den Posten bekommen. Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats gaben bei der ersten Probewahl am Donnerstag für jeden Kandidaten eine positive oder negative Stimme ab, oder votierten mit „keine Meinung“. Die Ergebnisse blieben trotz der Kritik zahlreicher Experten offiziell geheim.

Neue Kandidaten für den Posten können jederzeit hinzukommen. Nach einer Reihe weiterer Probeabstimmungen will der Sicherheitsrat der UN-Vollversammlung einen oder möglicherweise auch mehrere Kandidaten zur Abstimmung frühestens im September empfehlen.

Wir suchen nach jemanden mit ausgeprägten Führungs- und Managementqualitäten", sagte die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power, vor Beginn der geheimen Beratungen. Insgesamt stellen sich sechs weibliche Kandidaten zur Wahl, unter ihnen auch die neuseeländische Ex-Regierungschefin Helen Clark, die am Donnerstag das viertbeste Ergebnis einfuhr. Acht der zwölf Bewerber stammen aus Osteuropa.

Sollte eine Frau das Rennen machen, wäre dies eine Premiere in der Geschichte der Vereinten Nationen. Auch ein Osteuropäer stand bislang noch nie an der Spitze der UN. "Es ist höchste Zeit für eine Frau", sagte der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft vor dem ersten Wahlgang. Zugleich gebe es aber auch "sehr, sehr starke" männliche Bewerber.

Der französische UN-Botschafter François Delattre nannte "Führungsstärke, diplomatisches Geschick und Mehrsprachigkeit" als wichtige Kriterien. Der neue Generalsekretär müsse Entschlossenheit zeigen und eine klare Vorstellung davon haben, wie die UNO in diesen schwierigen Zeigen zu führen sei. (dpa/AFP)

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