Videobotschaft im Internet : Al-Qaida-Chef legt Treueeid auf neuen Taliban-Anführer ab

Der Chef des Terrornetzwerkes Al Qaida, Aiman al Sawahiri, hat dem neuen afghanischen Talibanchef Mullah Haibatullah Achundsada die Treue geschworen.

Der Chef des Terrornetzwerkes Al Qaida, Aiman al Sawahiri (l.), und der neue afghanische Talibanchef Mullah Haibatullah Achundsada.
Der Chef des Terrornetzwerkes Al Qaida, Aiman al Sawahiri (l.), und der neue afghanische Talibanchef Mullah...Foto: AFP

Al-Qaida-Chef Aiman al Sawahiri hat dem neuen afghanischen Talibanchef die Treue geschworen. Der Treueeid sei als 14-minütige Audio- und Videobotschaft im Internet veröffentlicht worden, teilte das auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site am Wochenende mit. Angesichts der anhaltenden Attacken der radikalislamischen Taliban begrüßte die Regierung in Kabul unterdessen das von den USA angekündigte verstärkte Militärengagement. Mit seinem Treueeid für Talibanchef Mullah Haibatullah Achundsada folgt Sawahiri einer langen Tradition des Terrornetzwerks Al Qaida. Schon dessen Gründer, der getötete Al-Qaida-Chef Osama bin Laden, hatte dem damaligen Talibanchef die Treue geschworen.

Sawahiri sagte nun in seiner Audio- und Videobotschaft: "Wir schwören Dir Treue im Dschihad, um jeden Meter des Lands der Muslime zu befreien, der überfallen und gestohlen wurde, von Kaschgar bis Andalusien, vom Kaukasus bis Somalia und Zentralafrika, von Kaschmir bis Jerusalem, von den Philippinen bis Kabul, und von Buchara und Samarkand". Die Botschaft mit dem Datum vom 27. Mai enthält laut Site auch Bilder von Bin Laden, der 2011 von US-Spezialtruppen in Pakistan getötet worden war.

Al Qaida offenbar zunehmend zersplittert

Der Religionsgelehrte und Scharia-Richter Mullah Haibatullah Achundsada war vergangenen Monat zum Nachfolger des durch eine US-Drohne getöteten Talibanchefs Mullah Achtar Mansur ernannt worden. Der ehemalige Stellvertreter von Mansur steht vor der großen Herausforderung, eine zunehmend zersplitterte Bewegung zu einen. Der US-Drohnenangriff auf Mansur, der erste bekannte US-Angriff auf einen ranghohen Talibanführer auf pakistanischem Territorium, hatte Schockwellen in der radikalislamischen Bewegung ausgelöst, die unter Mansur gerade erst wieder erstarkt war. Mansur hatte die Führung der Taliban offiziell erst im Juli übernommen, nachdem der Tod von Taliban-Gründer Mullah Omar zuvor zwei Jahre lang geheim gehalten worden war.

Die Taliban haben die Regierungstruppen in Afghanistan in den vergangenen Monaten erheblich unter Druck gesetzt. Kabul begrüßte daher am Samstag die Ankündigung aus Washington, dass die Taliban offensiver bekämpft werden sollten. Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte, es seien zwar nicht mehr Soldaten am Boden nötig, "aber wir brauchen ihre Berater und wir brauchen sie, um unsere Luftwaffe auszurüsten". Derzeit sind noch etwa 9800 US-Soldaten als Berater in Afghanistan, im März 2011 waren es rund 100.000 gewesen. Ende des Jahres sollen es nur noch 5500 sein. (AFP)

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