Von Kopenhagen bis Prag : Pegida hat Ableger in mehreren europäischen Städten

In Dresden steckt die Pegida-Bewegung in der Krise. Doch anderswo wird weiter demonstriert - in verschiedenen deutschen Städten und auch außerhalb Deutschlands.

Demonstranten des Pegida-Ablegers Fragida am Montagabend in Frankfurt am Main.
Demonstranten des Pegida-Ablegers Fragida am Montagabend in Frankfurt am Main.Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters

Die Original-Pegida-Bewegung in Dresden mag sich inzwischen tief in einer Krise befinden, doch in anderen deutschen Städten wird nach wie vor demonstriert. Am Montagabend versammelten sich zum Beispiel in Berlin und Frankfurt am Main sowohl Pegida-Anhänger als auch Gegner der islamkritischen Bewegung. Aber mittlerweile gibt es auch in mehreren europäischen Ländern Pegida-Ableger. Von einer Teilnehmerzahl wie in Dresden, wo vor drei Wochen noch 25 000 Menschen auf die Straße gingen, sind die Pegida-Proteste im Ausland allerdings weit entfernt. Nachfolgend eine Auswahl der europäischen Ableger:

TSCHECHIEN: In der tschechischen Hauptstadt Prag demonstrierten Mitte Januar etwa 600 Menschen gegen den Islam. Es war die erste islamkritische Demonstration in Tschechien, wo Schätzungen zufolge zwischen 10 000 und 20 000 Muslime leben. Die Organisatoren schlossen einen Zusammenschluss mit den Gleichgesinnten im nur 150 Kilometer entfernten Dresden nicht aus.
DÄNEMARK: In Kopenhagen nahmen am 19. Januar rund 200 Teilnehmer nach Polizeiangaben am ersten Protestzug des dänischen Pegida-Ablegers teil.


NORWEGEN: Eine Woche zuvor waren in der norwegischen Hauptstadt Oslo rund 200 Menschen dem Aufruf des örtlichen Pegida-Ablegers gefolgt. Die Aufmerksamkeit solle auf die Probleme im Zusammenhang mit der Einwanderung von Muslimen gelenkt werden, gaben die Organisatoren an. Auch Ausländer waren unter den Demonstranten, die ohne Zwischenfälle um das Osloer Rathaus herummarschierten.
SCHWEDEN: Der schwedische Pegida-Ableger zählt auf Facebook mehr als 8500 Anhänger. Die Gruppe verweist in zahlreichen Einträgen auf ihre Vorbilder in Dresden.
ÖSTERREICH: Rund 250 Pegida-Anhänger versammelten sich am Montagabend erstmals in der Wiener Innenstadt.Tausende. Zugleich formierten sich rund 5000 Menschen zum Protestzug gegen die islamkritische Bewegung. Sie hielten Schilder und Transparente mit Aufschriften wie „Muslime und Flüchtlinge willkommen“ und „Keine Hetze gegen Muslime“. Die Polizei war mit rund 1200 Beamten im Einsatz, um die beiden Lager voneinander zu trennen. Der österreichische Pegida-Ableger zählt auf Facebook mehr als 11 000 Sympathisanten.
SCHWEIZ: In der Schweiz tauchte Mitte Januar auf Facebook ein örtlicher Pegida-Ableger auf, bis Montag hatte er mehr als 4700 Unterstützer. Die Gruppe rief für den 16. Februar zu einem ersten Protestmarsch gegen den Islam auf, doch wurde der Termin am vergangenen Samstag verschoben.
BELGIEN: In Belgien tauchte auf Facebook die Gruppe Pegida Vlaanderen auf, die sich mit der deutschen Pegida solidarisch erklärte. "Von Flandern aus unterstützen wir die Pegida-Bewegung in Deutschland", hieß es in dem Eintrag der Gruppe. Mehr als 7500 Nutzer klickten bis Montag auf die Sympathiebekundung "Gefällt mir".
SPANIEN: Auch in Südeuropa hat die Pegida-Bewegung Sympathisanten. In einem Eintrag im Kurzbotschaftendienst Twitter hieß es, der spanische Ableger sei am 8. Januar gegründet worden - einen Tag nach dem islamistischen Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris. (AFP)

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