Vor dem Urnengang in Griechenland : Das Wahlrecht belohnt den Gewinner

In Griechenland hilft das Wahlrecht, klare Verhältnisse zu schaffen - der Sieger erhält einen Aufschlag.

Für kleine politische Gruppierungen gilt es im Mutterland der Demokratie, eine Drei-Prozent-Hürde zu überwinden. Entscheidender aber ist, dass die Partei, die als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgeht, mit einem Extrabonus belohnt wird: 50 zusätzliche Sitze im insgesamt 300 Mandate umfassenden Parlament. Den Zuschlag gibt es jedoch nur für eine Einzelpartei, nicht für eine Parteienkoalition.

Ausschlaggebend für das Erreichen einer eigenen absoluten Mehrheit ist nicht nur die Zahl der Parteien, die den Einzug ins Parlament schaffen, sondern auch die prozentuale Stärke der Gruppierungen, die draußen bleiben. Praktisch bedeutet das zum Beispiel, dass die stärkste Partei einen Stimmenanteil zwischen 36,4 und 42,69 Prozent benötigt, um eine absolute Mehrheit zu erzielen.

In einem Acht-Parteien-Parlament, in dem 2,5 Prozent der abgegebenen Stimmen nicht vertreten sind, würden der stärksten Partei somit 40,4 Prozent der gültigen Stimmen für eine absolute Mehrheit reichen. Anders als bei den Bundestagswahlen in Deutschland hat der Wähler in Griechenland nur eine Stimme. Es herrscht Wahlpflicht – jedoch nur auf dem Papier. Wahlmuffel müssen keine Konsequenzen fürchten. (Reuters)

0 Kommentare

Neuester Kommentar