• Vorgezogene Neuwahlen in Griechenland: Den griechischen Volksparteien droht die Wahlschlappe

Vorgezogene Neuwahlen in Griechenland : Den griechischen Volksparteien droht die Wahlschlappe

Im Mai sollen die Griechen ein neues Parlament wählen. In den Wahlumfragen verharren die beiden großen Parteien Pasok und ND auf historischen Tiefständen - kleine Parteien haben Konjunktur.

In Griechenland haben die beiden großen Parteien, die den Sparkurs des Landes unterstützen, knapp vier Wochen vor der Wahl weiter an Popularität eingebüßt. Die Umfragewerte für die konservative Neue Demokratie (ND) wie für die sozialistische Pasok-Partei verharren damit auf historischen Tiefständen, wie zwei am Donnerstag veröffentlichte Umfragen ergaben.

Die Zustimmung für die ND sank seit Ende März um 3,5 Punkte auf 19 Prozent, wie eine Umfrage von Public Issue für die Zeitung “Kathimerini“ ergab. Die Pasok verlor einen Punkt und kommt nun auf 14,5 Prozent. Mit diesen Ergebnissen sind beide weit von einer absoluten Mehrheit im Parlament entfernt. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 3. bis 9. April geführt und damit rund einen Monat vor der für den 6. Mai geplanten vorgezogenen Neuwahl.
Die kleinen Parteien, die gegen den eingeschlagenen Sparkurs sind, erfreuen sich dagegen wachsender Zustimmung: So erreichten die erst vergangenen Monat gegründeten Unabhängigen Griechen in der Umfrage elf Prozent nach 8,5 Prozent Ende März. Die Gruppierung hatte der ND-Aussteiger Panos Kammenos gegründet. Er wurde von der ND ausgeschlossen, weil der den Sparkurs nicht mittragen wollte.

Die bevorstehende Wahl bereitet den internationalen Geldgebern Griechenlands Sorge. Sie fürchten, dass die neu gewählte Regierung die Auflagen für die 130 Milliarden Euro schwere Rettung des Landes aufweicht. Finanzminister Filippos Sachinidis, der an den Verhandlungen mit EU und IWF beteiligt gewesen war, appellierte an sein Volk, nicht indirekt für einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone zu stimmen. “Ich erwarte, dass die Menschen bei der Wahl ihren Missmut und ihr Misstrauen über das politische System zum Ausdruck bringen werden“, wurde der Minister in einem Interview auf der Website in.gr zitiert. “Die Notwendigkeit, zu protestieren, sollte nicht dazu führen, dass (das Land) Europa und den Euro verlässt.“ In der zweiten Umfrage, die von Metron Analysis für die Zeitung “Imerisia“ geführt wurde, kam die ND auf 24,3 Prozent und die Pasok auf 15,4 Prozent. Sie fand vom 20. März bis zum 6. April statt. Bis zu neun Parteien dürften den beiden Umfragen zufolge den Sprung über die Drei-Prozent-Marke schaffen und damit den Einzug in das griechische Parlament. (rtr)

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