Wahl in Schleswig-Holstein : CDU liegt erstmals vor der SPD

Im Norden wird es am 7. Mai bei der Landtagswahl spannend. Meinungsforscher sehen CDU und SPD in einem Kopf-an-Kopf-Rennen

Kopf-an-Kopf-Rennen: Die beiden Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Schleswig-Holstein Torsten Albig (SPD,l) und Daniel Günther (CDU).
Kopf-an-Kopf-Rennen: Die beiden Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Schleswig-Holstein Torsten Albig (SPD,l) und Daniel...Foto: Carsten Rehder/dpa

Gut eine Woche vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein ist plötzlich völlig offen, welche Partei die Landesregierung künftig führen wird. Nach dem Saarland könnte der SPD im Norden eine zweite Enttäuschung bevorstehen. Bisher lagen die Sozialdemokraten in den Umfragen immer vorn, jetzt müssen sie jedoch um ihre Position fürchten. In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Politbarometers von ZDF und Tagesspiegel der Forschungsgruppe Wahlen ist die CDU erstmals an den Sozialdemokraten vorbeigezogen. Nach dieser Prognose käme die CDU auf 32 Prozent und die SPD auf 30 Prozent. Zuletzt hatte die SPD von Torsten Albig stets vorn gelegen.

Keine Koalition kann wirklich überzeugen

Derzeit wird Schleswig-Holstein von der so genannten Dänen-Ampel regiert, einem Bündnis von Sozialdemokraten, Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SWW). Die Grünen können nach dieser Umfrage mit 12 Prozent der Wählerstimmen rechnen, der SSW mit drei Prozent. Die Partei der dänischen Minderheit im Norden ist von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Knapp wird es in Kiel am kommenden Sonntag voraussichtlich für die Linke (5 Prozent) und für die AfD (6 Prozent). Die FDP kann mit neun Prozent der Stimmen rechnen. Die Prognosen sind jedoch unsicher, denn 40 Prozent der Befragten wissen noch nicht, ob und wen sie wählen sollen.
Kein Koalitionsmodell kann die Bürger wirklich überzeugen. Die meiste Zustimmung erhielte noch eine Neuauflage der Dänen-Ampel (38 Prozent). Eine große Koalition lehnt eine Mehrheit ab – egal, ob sie von SPD oder CDU geführt würde. Zwei Drittel aller Befragten lehnt Rot-Rot-Grün ab.
Für die SPD spricht möglicherweise, dass sich ihr Spitzenkandidat Torsten Albig größerer Beliebtheit erfreut, als sein Kontrahent Daniel Günther. 46 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Albig Regierungschef bleibt (Günther: 31 Prozent). Viele Wähler fragen sich sogar: Wer ist dieser Günther? 40 Prozent der Befragten gaben an, sie könnten den CDU-Spitzenmann überhaupt nicht bewerten, weil er zu wenig bekannt sei. Beliebtester Politiker in dem Bundesland – und das schon seit vielen Jahren, ist FDP-Landeschef Wolfgang Kubicki.
Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4) gelandet. Die Grünen schafften 13,2 Prozent, FDP und Piraten jeweils 8,2 und der SSW 4,6 Prozent.

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