Wahlaufruf auf Twitter : Bushido twittert über seine Lieblingspartei

Soll doch mal einer sagen, Hip Hop und Politik funktioniere nicht: "Bad Ass"-Barde Bushido hat auf Twitter schon eine Woche vor der Wahl verkündet, wen er wählen will. Fraglich, ob es der entsprechenden Partei auch gefällt.

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Rapper Bushido: Wahl-O-Mat befragt?
Rapper Bushido: Wahl-O-Mat befragt?Foto: dpa

Meinst er das ernst? Hat er den Wahl-o-Mat befragt? Oder will er nur spielen? Der Hip-Hop-Sänger Bushido hat auf seinem Twitter-Account verlautet: "Nächste Woche werde ich die AfD wählen!!!" Zuvor hat er der FDP zum "Wahlerfolg" in Bayern gratuliert.

Das passt ganz gut ins "politische Profil" von Bushido: Dem Rapper steht das Poltern besser als das Parlieren. Mit seinem Hass-Lied „Stress ohne Grund“ hatte der 34-Jährige für Schlagzeilen gesorgt; er diffamiert dort Grünenpolitikerin Claudia Roth und SPD-Mann Klaus Wowereit. Das mag auch der Grund sein, warum Bushido als Böse-Buben-Schablone im Wahlkampf herhalten musste: "Ein deutscher Bundeskanzler ist nicht Bushido", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet zum "Stinkefinger"-Foto von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Doch Bushido kann auch anders. Am Mittwoch brachte der Rapper jetzt unter seinem bürgerlichen Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi ein Buch zur Integration heraus. Unter dem Titel "Auch wir sind Deutschland" will er einen Beitrag zu einer Debatte leisten, die "viel zu lange ohne die tatsächlich Betroffenen geführt wurde", wie er schreibt. In Anspielung auf das umstrittene Buch des früheren Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin kommt Bushido zu dem Schluss: „Statt 'Deutschland schafft sich ab' bin ich viel eher der Meinung: 'Deutschland schafft das!'

Was ist nun also mit seinem Wahl-Post? Ein Scherz? Seine Twitter-Follower sind irritiert: Die einen wollen von seinen "Beweggründen" wissen, die anderen belustigt die Idee. Die "Alternative für Deutschland" hat aktuell gute Chancen, am kommenden Sonntag in den Bundestag einzuziehen. Die Partei fordert eine Auflösung des Euro-Gebietes, weswegen sie auch Zulauf am rechten Rand erhält.

Wenn man nun Bushido nur das Beste wünscht, dann denkt man an seine Aussage: "Deutschland schafft das!" Und da ist ja egal, wen Bushido wählen würde oder nicht. Die eigentliche Nachricht ist also: Bushido geht wählen.

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