• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Wegen Mordes : Anklage gegen mutmaßlichen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew

27.06.2013 22:00 Uhr
In Boston wird den Opfern des Boston-Attentats mit Blumen und Fahnen gedacht.Bild vergrößern
In Boston wird den Opfern des Boston-Attentats mit Blumen und Fahnen gedacht. - Foto: dpa

UpdateGegen den mutmaßlichen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew ist Anklage erhoben worden. Er muss sich wegen dreifachen Mordes verantworten.

Der überlebende mutmaßliche Bombenattentäter vom Bostoner Marathonlauf, Dschochar Zarnajew, ist wegen dreifachen Mords und des Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe angeklagt worden. Eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern habe Zarnajew insgesamt 30 Anklagepunkte zur Last gelegt, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in der US-Ostküstenstadt am Donnerstag mit. Allein auf 17 der Anklagepunkte stünden die Todesstrafe oder lebenslange Haft.
Der 19-jährige Zarnajew soll gemeinsam mit seinem 26-jährigen Bruder Tamerlan zwei Bomben im Zieleinlauf des Bostoner Marathons gelegt haben.

Bei dem Anschlag Mitte April wurden drei Menschen getötet und mehr als 260 weitere verletzt. Auf ihrer Flucht sollen die aus einer tschetschenischen Familie stammenden Brüder außerdem einen Polizisten erschossen haben. Die Ermittler kamen Tamerlan und Dschochar Zarnajew durch Videoaufnahmen auf die Spur, die Überwachungskameras am Anschlagsort gemacht hatten. Der ältere Bruder wurde wenige Tage nach der Attacke bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet. Dschochar Zarnajew wurde kurz darauf schwer verletzt gefasst.

Die Ermittler vermuten einen radikalislamischen Hintergrund. Ende April hatte die US-Justiz ein Strafverfahren gegen den jüngeren Zarnajew eingeleitet. Eine Grand Jury entschied nun, dass die Beweise gegen den mutmaßlichen Attentäter für eine Anklage ausreichen. Am 10. Juli soll er zur Verlesung der Anklage erstmals vor Gericht erscheinen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag erklärte.
In der Anklageschrift wird Zarnajew vorgeworfen, spätestens ab Februar dieses Jahres gemeinsam mit seinem Bruder einen Bombenanschlag geplant zu haben. Am 15. April hätten die Brüder dann zwei Sprengsätze inmitten der jubelnden Menge beim Bostoner Marathon gelegt und diese im Abstand von wenigen Sekunden gezündet.
Die Bomben bauten die beiden den Angaben zufolge selbst aus Schnellkochtöpfen, Schwarzpulver und Splittern zusammen. Als die Bundespolizei FBI die Fahndungsfotos der Verdächtigen veröffentlichte, seien die Zarnajew-Brüder am 18. April mit fünf weiteren Sprengsätze, einer halbautomatischen Pistole, einer Machete sowie einem Jagdmesser zum Campus der Universität MIT gefahren. Dort hätten sie den Polizisten Sean Collier erschossen, heißt es in der Anklageschrift. Anschließend hätten die Brüder einen Mercedes gestohlen, den Fahrer entführt und ausgeraubt.


Nachdem ihre Geisel flüchten konnte, sollen Tamerlan und Dschochar Zarnajew sich den Angaben zufolge eine Schießerei mit Polizisten geliefert haben. Dabei hätten die Brüder vier weitere Bomben auf die Beamten geworfen. Dschochar Zarnajew habe dann auf der Flucht seinen Bruder mit dem Mercedes überfahren. Anschließend habe sich der 19-Jährige im Bostoner Vorort Watertown in einem trockengelegten Boot versteckt, wo er am darauffolgenden Abend festgenommen worden sei.
Bei der Suche nach einem Motiv hatte das FBI vor allem eine sechsmonatige Kaukasus-Reise von Tamerlan Zarnajew im vergangenen Jahr unter die Lupe genommen. Dort könnte der ältere Bruder mit radikalen Islamisten in Kontakt gestanden haben. Die US-Behörden gehen aber davon aus, dass die Attentäter allein handelten. Dschochar Zarnajew soll Medienberichten zufolge vor seiner Festnahme in seinem Versteck ein Bekennerschreiben verfasst haben. Er habe den Anschlag darin als Vergeltung für US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan bezeichnet. „Wer einen Muslim angreift, greift alle Muslime an“, soll der 19-Jährige an die Innenwand des Boots gekritzelt haben. (Afp)

Es ist sechs Uhr morgens und Sie haben die wichtigsten Zeitungen schon gelesen. Oder die Tagesspiegel Morgenlage. Redaktionsschluss fünf Uhr morgens. Minuten später auf Ihrem Smartphone, Tablet oder Computer. Die kostenlose Nachrichten- und Presseschau gibt es für Politik-Entscheider oder Wirtschafts-Entscheider. Entscheiden Sie sich für eine oder beide.

Die Afghanistan-Connection


Sie waren zusammen im Afghanistan-Einsatz. Jetzt sitzen sie auf entscheidenden Posten im Ministerium. Sie prägen das Bild, das sich die Ministerin macht. Sie bestimmen Ausrichtung, Struktur und Selbstverständnis der Truppe. Welche Folgen hat das für Deutschlands Sicherheit?
Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

Die Afghanistan-Connection
25 Jahre Mauerfall

Mauerfall

Der Mauerfall jährt sich zum 25. Mal. Wie haben die Berliner den Mauerfall erlebt? Und was ist am 9.11.1989 genau passiert? Der Tagesspiegel berichtet über das historische Ereignis.

Folgen Sie unserer Politikredaktion auf Twitter:

Dagmar Dehmer:


Andrea Dernbach:


Cordula Eubel:


Fabian Leber:


Matthias Meisner:


Elisa Simantke:


Christian Tretbar:


Claudia von Salzen:

Umfrage

Ist Rot-Rot-Grün auch auf Bundesebene eine zukünftige machtpolitische Alternative zur großen Koalition?

Tagesspiegel twittert

Service

Empfehlungen bei Facebook

Weitere Themen

Todesopfer rechter Gewalt

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz