Weltdrogentag : Heroinkonsum in Asien steigt

In Russland und Zentralasien nimmt die Zahl der Drogenabhängigen konstant zu. Nach Ansicht der Drogenbeauftragen der Bundesregierung müsse der Drogenkonsum über Ländergrenzen hinweg bekämpft werden. Deutsche Suchthilfe- und Präventionskonzepte können dabei für andere Länder Vorbild sein.

Saara Wendisch
Usbekische Sicherheitsbeamte stellen mehrere hundert Kilogramm Drogen sicher; darunter Opium, Heroin und Marihuana.
Usbekische Sicherheitsbeamte stellen mehrere hundert Kilogramm Drogen sicher; darunter Opium, Heroin und Marihuana.Foto: dapd

„Die Drogenproblematik ist ein globales Phänomen, dem grenzübergreifend begegnet werden muss“, sagte Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) anlässlich des Weltdrogentages am Dienstag in Berlin.

Während beispielsweise der Heroinkonsum in Europa relativ konstant bleibt, ist die Zahl der Drogenabhängigen in Russland und Zentralasien laut dem Weltdrogenbericht in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Insbesondere Heroin sei in den Ländern Zentralasiens auf dem Vormarsch, warnte Dyckmans. Durch den vorwiegend intravenösen Konsum hat auch die Zahl der Infektionskrankheiten in Zentralasien zugenommen. Jede zweite HIV-Infektion in Kasachstan beispielsweise wird durch unsauberes Spritzbesteck übertragen. So ist auch die Zahl der Todesopfer durch Drogen in der Region erheblich gestiegen, wie nationale Drogenberichte zeigen. Betroffen sind besonders Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Eine internationale Drogenpolitik sei deshalb von besonderer Bedeutung, sagte Dyckmans. Unter der Leitung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern Deutschland, Tschechien, Polen und die Europäische Kommission ein Projekt (CADAP) zur Entwicklung einer umfassenden Drogenpolitik. „Ein Bewusstsein dafür, dass Drogenmissbrauch wie eine Krankheit behandelt werden muss, hat es in der Region bislang noch nicht gegeben“, sagte Projektleiter Tim-Lorenz Wurr von der GIZ. In dem Projekt gehe es deshalb vorwiegend um die Prävention und die Behandlung von Süchtigen. Dafür seien etliche Kliniken und Beratungsstellen geschaffen worden. Andererseits werde durch verstärke Grenzsicherung weiterhin versucht, den Drogenhandel zu unterbinden. Hier sei der Kampf gegen Korruption nach wie vor das wichtigste Mittel, um zu verhindern, dass die Drogen überhaupt in die Länder gelangen, sagte Wurr.

Ursachen für den gestiegenen Heroinkonsum sind nicht nur die sozialen und wirtschaftlichen Probleme, sondern auch das große Drogenangebot in der Region. Die zentralasiatischen Staaten liegen auf der Route der Heroinhändler, die das illegale Rauschmittel von Afghanistan nach Europa und Russland schmuggeln. Doch immer mehr Heroin werde abgezweigt und gelange dadurch auf die heimischen Märkte.

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