Westjordanland : Palästinenser ersticht schlafende 13-Jährige im Bett

Ein Palästinenser hat in einer jüdischen Siedlung eine 13-Jährige in ihrem Bett erstochen. Der Vorgang hat großes Entsetzen ausgelöst. Jetzt wurde bekannt, dass das Mädchen US-Bürgerin ist.

Die Mutter (Mitte) und andere Angehörige trauern um das erstochene 13-jährige Mädchen.
Die Mutter (Mitte) und andere Angehörige trauern um das erstochene 13-jährige Mädchen.Foto: AFP

Ein tödlicher Anschlag auf ein schlafendes Mädchen hat am Donnerstag Entsetzen und Empörung ausgelöst. In einer Siedlung im Süden des Westjordanlandes drang ein 17-Jähriger in ein Wohnhaus ein und stach im Kinderzimmer auf die 13-Jährige ein, die schlafend in ihrem Bett lag. Der Angreifer sei von Sicherheitskräften erschossen worden, teilte die Armee mit.

Er habe zuvor noch einem Sicherheitsmann Stichverletzungen zugefügt. Am Abend kam es in der israelischen Küstenstadt Netanja zu einer weiteren Messer-Attacke. Ein Palästinenser wurde erschossen, nachdem er mit einem Messer auf einen Mann und eine Frau eingestochen hatte.

Am Abend wurde bekannt, dass das ermordete Mädchen die US-Staatsbürgerschaft besitzt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Angriff in Kiriat Arba bei Hebron scharf. „Der Horrormord an einem jungen Mädchen in seinem Bett unterstreicht den Blutdurst und die Unmenschlichkeit von aufgehetzten Terroristen, mit denen wir es zu tun haben“, sagte er. „Wir werden weiterhin hart und entschlossen gegen Terrorismus überall und zu jeder Zeit vorgehen.“

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Palästinenser ersticht junge Israelin
Palästinenser ersticht junges Mädchen

Auswärtiges Amt verurteilt den Anschlag

Das Dorf, aus dem der Attentäter stammt, werde abgeriegelt, kündigte Netanjahu an. Arbeitsgenehmigungen für Mitglieder seiner Familie in Israel würden entzogen. Die Zerstörung seines Hauses werde vorbereitet.

Auch eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes verurteilte den Anschlag in Kiriat Arba. „Ein dreizehnjähriges Mädchen im Schlaf zu erstechen, ist ein entsetzlicher neuer Tiefpunkt der Verrohung“, sagte sie. „Keine Religion, kein politischer Konflikt, keine persönliche Frustration rechtfertigt den vorsätzlichen Mord an einem schlafenden Kind.“ Alle, die in der Region Verantwortung tragen, müssten „mithelfen, dem Hass in den Köpfen entgegenzutreten und die Grundwerte der Menschlichkeit zu verteidigen“.

„Wir verurteilen diesen abscheulichen Terroranschlag im Westjordanland auf das Schärfste“, teilte auch das US-Außenministerium mit.

Die Mutter des Mädchens sagte im Fernsehen: „Wie viele Jugendliche in den Sommerferien schlief meine Tochter einfach bis spät. Dann kam ein Terrorist und tötete sie in ihrem eigenen Bett.“ Hunderte von Menschen nahmen am Donnerstag an der Beerdigung des Kindes teil.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober insgesamt 34 Israelis getötet worden. Mehr als 220 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten bei ihren eigenen Anschlägen. (dpa/AFP)


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