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Zwangsarbeit : DDR-Häftlinge mussten für Ikea schuften

04.05.2012 09:25 Uhrvon
Marke mit Makel. Dass Ikea auch in der DDR produzieren ließ, ist keine Frage. Dass dabei auch Gefangene im Einsatz waren, konnte er nicht verhindern.Bild vergrößern
Marke mit Makel. Dass Ikea auch in der DDR produzieren ließ, ist keine Frage. Dass dabei auch Gefangene im Einsatz waren, konnte er nicht verhindern. - Foto: dpa

"Es musste unter schlechtesten Bedingungen Zwangsarbeit geleistet werden": DDR-Häftlinge bauten für den schwedischen Konzern Möbel. Ikea ahnte etwas – ließ sich damals aber belügen.

Es war einer der größten Brände in der Geschichte Hessens: Im März 1984 brannte die Deutschlandzentrale von Ikea in Hofheim-Wallau bei Wiesbaden völlig aus, 550 Feuerwehrleute aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet waren insgesamt 49 Stunden im Einsatz, der Sachschaden wurde auf 70 Millionen D-Mark geschätzt. Als Täter ermittelt wurde ein „frustrierter Mitarbeiter“ des Möbelhauses, wie sich Thomas Wild erinnert, der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wallau. Ein zunächst nicht ausgeschlossenes politisches Motiv habe sich damals nicht bestätigt, berichtet Wild.

Das heißt nicht, dass sich kein politischer Zusammenhang ergab. Denn ausweislich jetzt aufgefundener Stasidokumente gibt es möglicherweise eine Verbindung zwischen dem Großbrand 1984 und der Produktion von Möbeln für Ikea in der DDR.

Denn ebenfalls 1984 begann der schwedische Konzern, sich intensiv nach Produktionsbedingungen in der DDR zu erkundigen und die Besichtigung von Produktionsstandorten zu fordern. Das belegt die mehrere hundert Seiten starke Akte zum Ikea-Komplex, die dem Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin vorliegt. Die Stasi registrierte zudem, dass 1984 bei Ikea mehrere Drohbriefe eingegangen waren, in denen die Produktion von Ikea-Möbeln – darunter war das Sofa Klippan – von Gefangenen angeprangert wurde.

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