Zwei Milliarden Facebook-Nutzer : Zuckerberg jetzt in einer Reihe mit Jesus und Mohammed

Zwei Milliarden Menschen nutzen regelmäßig Facebook. Trotzdem ist es keine Erfolgsgeschichte. Eine Glosse.

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Keine heilige Familie: Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg mit Frau und Kind.
Keine heilige Familie: Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg mit Frau und Kind.Foto: dpa

Langsam wird es knapp für Jesus. Rund 2000 Jahre nach der Gründung seiner Social Community kommt der Mann aus Bethlehem mal gerade auf 2,3 Milliarden Follower. Mohammed mit seinen 1,75 Milliarden Likes nach knapp 1400 Jahren fällt statistisch gesehen schon fast hinten runter. Der neue Star heißt Dr. h.c. Mark Zuckerberg. Der Mann aus White Plains im US-Bundesstaat New York meldet gerade, zwei Milliarden Menschen würden nun regelmäßig Facebook nutzen. Das heißt, sie folgen seiner Idee von einer vernetzten Welt, die gerademal 13 Jahre alt ist.

Für den Rest der Weltbevölkerung von etwa fünf Milliarden Menschen, die Facebook nicht nutzen, nicht kennen oder ignorieren und die gerade diesen Text hier lesen, sei Facebook kurz erklärt: Bei Facebook teilt ein sogenannter User den anderen 1.999.999.999 Usern per Text, Foto oder Video im Internet mit, was er gerade so isst, wo er urlaubt, wie toll das Wetter da ist und was seine Katze für verrückte Sachen treibt.

Daraufhin klickt einer der 1.999.999.999 verbliebenen Nutzer auf ein buntes Smiley. Das machen dann noch ein paar weitere und am Ende beschimpfen sich alle derart heftig, dass der deutsche Justizminister nun extra ein Gesetz erlassen will, um ein Mindestmaß an Friedfertigkeit und gegenseitigem Respekt unter den zwei Milliarden Anhängern dieser Gesichtsbuch-Religion sicherzustellen.

Das hat es bei Jesus und Mohammed auch alles gegeben. Was bei den Christen Bibel und den Muslimen Koran heißt, nennt sich bei Zuckerberg Community-Regeln. Den drei Schriftstücken ist gemein: Alle Follower (Gläubige, die Red.) berufen sich darauf, kaum einer hat's wirklich gelesen und niemand hält sich dran. Wenn auch nur ein paar wenige der grundsätzlichen Ideen der Herren Jesus, Mohammed und Zuckerberg eingehalten würden, gäbe es weniger Krieg und Leid auf der Welt, mehr Liebe und Mitmenschlichkeit. Das Leben wäre besser, schöner, glücklicher. Hat nicht geklappt – schade eigentlich.

Millionen von sogenannten Ungläubigen sind im Namen des Christentums umgebracht worden. Verblendete Muslime berufen sich auf Allah und Mohammed, um Nicht-Muslime und andersdenkende Muslime in die Luft zu jagen. Und Zuckerberg? Man kann ihm wirklich nicht unterstellen, für das Ableben von Facebook-Verweigerern verantwortlich zu sein. Er ist nur dafür verantwortlich, dass das schöne, klare und gute Wort "Freund" eine neue Definition erfahren hat. Das ist an sich schlimm genug.

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