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1:0 gegen FC St. Pauli : Sebastian Polter trifft für den 1. FC Union zum Sieg

Der 1. FC Union Berlin hat zum Auftakt des 26. Spieltags in der Zweiten Liga einen glücklichen Sieg errungen. Durch das Tor von Sebastian Polter in der 89. Minute nach einem Torwartschnitzer gewannen die Berliner 1:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli.

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Fast in letzter Sekunde. In der 89. Minute profierte Sebastian Polter von einem Schnitzer des Hamburger Keepers. Foto: Imago
Fast in letzter Sekunde. In der 89. Minute profierte Sebastian Polter von einem Schnitzer des Hamburger Keepers.Foto: Imago

Die Ersatzspieler sprangen auf und liefen geschlossen auf den Rasen. Trainer Norbert Düwel breitete die Arme aus und sprang in die Luft. Sein Kollege Ewald Lienen stand dagegen wie versteinert an seinem Platz und konnte nicht fassen, was er da gerade gesehen hatte. Eine Minute war zwischen dem 1. FC Union und dem FC St. Pauli noch zu spielen, als Robin Himmelmann mit dem Ball am Fuß zum Sprint ansetzte. Eigentlich wollte St. Paulis Torwart nur einen Abschlag nach einem Rückpass ausführen, aber in dem Moment, als er zum Schuss ausholte, hoppelte der Ball plötzlich über ein unebenes Stück Rasen. Himmelmann schlug ein Luftloch, kam dabei aus dem Gleichgewicht und fiel hin. Unions Angreifer Sebastian Polter nutzte das Geschenk und traf zum schmeichelhaften 1:0-Sieg (0:0) gegen die Hamburger.

Nach dem Spiel bedankte sich Polter beim Platzwart. „Ich habe ihm gesagt, dass er den Platz mal wieder hervorragend hergerichtet hat.“ Ewald Lienen war dagegen gar nicht zum Scherzen zu Mute. „Unverdienter kann man ein Spiel nicht verlieren“, sagte St. Paulis Trainer. Die Hamburger rutschten auf den vorletzten Tabellenplatz und stecken weiter tief im Abstiegskampf. Auf der anderen Seite konnte Union einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. „Das ist keine Frage“, stimmte auch Trainer Düwel zu. Die Berliner haben nun zehn Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.

St. Pauli war in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft

Schmeichelhaft war der Sieg deshalb, weil es lange nach einem typischen 0:0 aussah. Was der 1. FC Union und der FC St. Pauli über weite Strecken den 21717 Besuchern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei boten, war biederer Zweitliga-Fußball.

Mit diesem torarmen Ergebnis war nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Union und St. Pauli stellten vor diesem Spiel statistisch die zwei schlechtesten Abwehrreihen der Zweiten Liga. Doch statt Toren bekamen die Zuschauer viele Ungenauigkeiten beim Passspiel zu sehen. Einsatz und Laufbereitschaft waren auf beiden Seiten vorhanden, aber es fehlte schlicht an individueller Klasse für ein besseres Fußballspiel. Den Gastgebern war die Verunsicherung nach dem 0:5 von Darmstadt deutlich anzumerken. Es fehlte an der Selbstverständlichkeit und dem Selbstvertrauen, mit der die Berliner die vergangenen Heimspiele bestritten hatten. „Wir wollten, konnten aber lange nicht. Da war noch eine Blockade im Kopf nach Darmstadt“, sagte Verteidiger Roberto Puncec.

Vielleicht wäre ja alles anders gelaufen, wenn Steven Skrzybski nach 56 Sekunden die Führung für den 1. FC Union erzielt hätte. Der Stürmer erlief einen viel zu schwach gespielten Rückpass von Sören Gonther, der eigentlich für dessen Torwart Robin Himmelmann bestimmt war. Skrzybski umkurvte Himmelmann, doch dabei wurde der Winkel beim Schuss immer spitzer, sodass der Ball knapp am Tor vorbei trudelte.

Unions Trainer Norbert Düwel hatte eine offensive Aufstellung gewählt, bot in Damir Kreilach nur einen defensiven Mittelfeldspieler auf und versuchte es mit den beweglichen Skrzybski, Christopher Quiring, Björn Jopek und Martin Kobylanski hinter Mittelstürmer Sebastian Polter. Die Überlegung ging nicht auf, weil vor allem Jopek einen schlechten Tag erwischte und für viele Ballverluste im Mittelfeld sorgte. Nach einer halben Stunde korrigierte Düwel seine Aufstellung und brachte Michael Parensen für Jopek. „Eine taktische Überlegung“, sagte Unions Trainer Düwel.

Von Union war in der Offensive gar nichts mehr zu sehen

St. Pauli war in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft, konnte jedoch nie gefährlich werden. Außer zwei, drei Versuchen aus der Distanz gab es nichts zu vermelden. Daran änderte sich in der zweiten Halbzeit lange nichts, das spielerische Niveau sank sogar noch. Der erste gefährliche Torschuss kam von St. Paulis Sebastian Maier nach 70 Minuten. Sein Freistoß ging aber knapp vorbei. Anschließend versuchte es Dennis Daube mit einem Direktschuss, doch wieder fehlten wenige Zentimeter.

Von Union war in der Offensive gar nichts mehr zu sehen. Angriffe wurden zu hastig vorgetragen, Trainer Düwel fasste sich an der Seitenlinie immer wieder an den Kopf. Manchmal kam sein Co-Trainer Andre Hofschneider dazu, dann fassten sie sich synchron an den Kopf.

Die Zuschauer feierten da schon längst ihre eigene, vom Spiel losgelöste Party. Prächtig war die Stimmung, die so gar nicht zu der Vorstellung auf dem Rasen passen wollte. St. Paulis Trainer Ewald Linien brachte gegen Ende weitere Offensivkräfte – ohne Erfolg. Am Ende entschieden nicht sie, sondern der eigene Torwart das Spiel zu St. Paulis Ungunsten..

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