1. FC Union : Simon Hedlund spielt endlich befreit auf

Simon Hedlund belebt den Angriff des 1. FC Union. Nach einer wechselhaften ersten Saison ist der Schwede endlich richtig in Berlin angekommen.

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Wieder einer drin. Simon Hedlung traf in Nürnberg im dritten Pflichtspiel nacheinander – und damit schon genauso oft wie in der kompletten Vorsaison. Foto: Daniel Karmann/dpa
Wieder einer drin. Simon Hedlung traf in Nürnberg im dritten Pflichtspiel nacheinander – und damit schon genauso oft wie in der...Foto: Daniel Karmann/dpa

Am Montagvormittag trabte Simon Hedlund ganz gemütlich durch die Köpenicker Wuhlheide. Viel hätte nicht gefehlt und der Offensivmann des Zweitligisten 1. FC Union wäre beim Auslaufen zum Stillstand gekommen. Einen Tag zuvor sah das noch ganz anders aus. Beim 2:2 beim 1. FC Nürnberg entwischte der pfeilschnelle Schwede kurz nach der Pause nach einem Traumpass von Steven Skrzybski der Club-Abwehr und erzielte mit einem Flachschuss den 1:0-Führungstreffer. „So etwas haben wir in den letzten Wochen trainiert. Wir bewegen uns zwischen den Linien des Gegners“, erklärte Hedlund. „Und wenn ich einen freien Raum sehe, gehe ich in die Tiefe.“

Das hat in ähnlicher Form schon am zweiten Spieltag beim 4:3-Heimsieg gegen Aufsteiger Holstein Kiel funktioniert. Da schlug Hedlund nach einem Skrzybski-Steilpass mit dem rechten Bein zu. Aktuell ist der im August 2016 vom schwedischen Erstligisten IF Elfsborg verpflichte Außenbahnspieler quasi der Torjäger vom Dienst. In Nürnberg traf Hedlund im dritten Pflichtspiel in Serie. In der Vorwoche brachte er Union im DFB-Pokalspiel in Völklingen gegen den Viertligisten 1. FC Saarbrücken auf den richtigen Weg, indem er in der Verlängerung zum 2:1-Siegtor traf.

Es läuft bei Hedlund, der seit seiner Vertragsunterschrift bei Union auch einige Täler durchleben musste. Die unbekannte Sprache, ein anderes Spielsystem und härteres Training ließen ihn in der Hinrunde 2016/17 später als erhofft ankommen. Zum Ende der Rückrunde fiel er in ein Formtief. Trainer Jens Keller nannte als Grund dafür auch private Probleme in der Heimat, ohne diese ausführlich benennen zu wollen. Jetzt ist Hedlund oben auf. „Man sieht bei Simon, dass er im Moment befreit aufspielt. Wir helfen ihm jederzeit als Mannschaft, damit er an seine Leistungsgrenze geht. Dass er ein Superspieler ist, hat man auch schon in der letzten Saison gesehen“, sagt Angreifer Sebastian Polter.

Fast schon in Vergessenheit gerät dabei, dass Hedlund nur durch die Verletzung von Akaki Gogia kurz vor dem Ligaauftakt in die Startformation gerückt ist. Der Sommer-Neuzugang von Dynamo Dresden wurde gestoppt, weil er sich im letzten Testspiel gegen den englischen Zweitligisten Queens Park Rangers (2:1) an der Ferse prellte und bis heute kein Pflichtspiel absolvieren konnte. Das dürfte sich aber bald ändern. Am Montag nahm Gogia erstmals wieder voll am Mannschaftstraining teil. Das nächste Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld kommt für Gogia sicher noch zu früh. Seine Leidenszeit dürfte aber spätestens nach der dann folgenden Länderspielpause ein Ende haben. Damit steigt auch für Hedlund der Konkurrenzdruck.

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