1. FC Union spielt nur 1:1 gegen Aalen : Schönes Wetter, schlechtes Spiel

Der 1. FC Union müht sich gegen den Tabellenletzten VfR Aalen zu einem 1:1-Unentschieden.

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Schwache Haltungsnoten. Union sicherte sich mit seinem Elfmetertor wenigstens noch einen glücklichen Punkt.
Schwache Haltungsnoten. Union sicherte sich mit seinem Elfmetertor wenigstens noch einen glücklichen Punkt.Foto: dpa

Kuhli grüßt jetzt von Wolke sieben. Sven auch, sagt Christian Arbeit mit ruhiger, fester Stimme. Kuhli und Sven waren zwei Fans des 1. FC Union, die über Ostern verstorben sind. Es gehört zur Tradition beim Berliner Zweitligisten, dass der Stadionsprecher in der Halbzeitpause Briefe von Angehörigen vorliest, deren Liebste einst treue Unioner waren. Ein letzter Gruß. Dann ist es wie am Sonntag ganz still im Stadion An der Alten Försterei. Ein Moment des Innehaltens im Tollhaus Fußballstadion. Auch aus der Kurve, kein Mucks. Zwei Frauen auf der Haupttribüne haben Tränen in den Augen. „Das geht unter die Haut“, sagt die eine. Die andere zieht an ihrer Zigarette, schweigt.

Das Spiel zwischen dem 1. FC Union und dem VfR Aalen ging im Vergleich dazu weniger unter die Haut. Die 18 623 Zuschauer erlebten zwar einen sonnigen Sonntagnachmittag bei angenehmem Frühlingswetter, mussten sich aber größtenteils selbst bespaßen. Beide Mannschaften boten höchst mäßige Unterhaltung, am Ende stand ein leistungsgerechtes 1:1 (0:0). Union vergrößerte den Vorsprung auf die Abstiegszone sechs Spiele vor Saisonende auf elf Punkte und steht als Neunter im Mittelfeld der Tabelle. Aalen bleibt Letzter.

„Wir sind mit dem Punkt gut bedient, weil wir uns das Leben selber schwer gemacht haben. Heute waren wir weit entfernt von dem, was wir eigentlich spielen können“, sagte Unions Trainer Norbert Düwel, der die Einstellung zu Laufarbeit und Engagement bei seinen Spielern kritisierte. Vor allem in der ersten Hälfte hatte die Mannschaft größere Probleme mit dem 3-5-2-System, weil es an Bewegung und Angeboten mangelte. Düwel entschied sich gegen den Tabellenletzten für eine sehr offensive Aufstellung mit drei Verteidigern und zwei echten Stürmern. Die Außenpositionen waren in Person von Steven Skrzybski und Valmir Sulejmani durch Spieler besetzt, die ihre Stärken ebenfalls in der Vorwärtsbewegung haben. Dementsprechend viel Platz blieb den Aalenern bei eigenen Angriffen. Damir Kreilach wollte die Defizite aber nicht auf das System schieben. „Wir haben die ganze Woche Dreierkette trainiert und waren bereit dafür“, sagte Unions Kapitän.

Gerade zu Beginn liefen die Gäste die Berliner Abwehrspieler früh an und erzwangen so Ballverluste in aussichtsreichen Positionen. Bereits nach drei Minuten musste Unions Torhüter Daniel Haas gegen Andreas Ludwig einen frühen Rückstand verhindern. Union brauchte mehr als 20 Minuten, um ins Spiel zu finden. Knapp eine halbe Stunde war gespielt, da ließ Aalens Torhüter Daniel Bernhardt einen Schuss von Sulejmani nach vorn abprallen. Kreilach kam an den Ball und ging beim Kontakt durch Bernhardt sofort zu Boden. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gab keinen Elfmeter.

Aalen musste nun dem kraftraubenden Pressing der Anfangsphase Tribut zollen. Union kombinierte sicherer und gelangte öfter in die gegnerische Gefahrenzone, ohne jedoch gefährlich zu werden.

Nach der Pause wurden die Aktionen der Gastgeber dann zwingender, einen Schuss von Kreilach konnte Aalens Bernhardt nur mit Mühe klären. Aalen zog sich weiter zurück und setzte auf Konter. Mit Erfolg. Einen Vorstoß nutzte Collin Quaner zur Führung. Der Angreifer war zuerst an Haas im Berliner Tor gescheitert, aber Ludwig schob den Abpraller mit Übersicht zu Quaner zurück, der ruhig ins leere Tor traf. Das Publikum rief „Aufwachen!“, aber Unions Spieler wirkten in ihren Aktionen ratlos. Nur ein Geschenk von Schiedsrichterin Steinhaus verhalf den Gastgebern zum Erfolg. Skrzybski hob im Strafraum ab, den Elfmeter verwandelte Sebastian Polter sicher zum 1:1. „Das war Glück für uns“, sagte Kreilach.

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