1. FC Union verliert 0:1 gegen Düsseldorf : Die Försterei ist eingenommen

Der 1. FC Union ist nach dem Pokaldrama in der Liga hart gelandet. Nach 14 Heimspielen ohne Niederlage verloren die Berliner 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf.

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Stürmer Steven Skrzybski riss sich nach dem Abpfiff die Kapitänsbinde vom Arm. Mittelfeldspieler Dennis Daube und der als Verteidiger eingewechselte Christopher Quiring versuchten, ihr Gesicht im Trikot zu verstecken. Die Spieler des 1. FC Union Berlin ärgerten sich sichtbar über die 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf. Zum einen ging nach mehr als einem Jahr mit elf Siegen und drei Unentschieden mal wieder eine Partie in der Festung Stadion An der Alten Försterei verloren.

Zum anderen konnte der Tabellenzweite durch den Punktverlust nicht zu Spitzenreiter Eintracht Braunschweig aufschließen, der am Freitag bei Neuling Dynamo Dresden mit 2:3 unterlegen war. „Hätten wir die ganze Zeit mit der Wucht gespielt wie am Ende, wäre hier mehr drin gewesen“, sagte Skrzybski. „Viele Chancen hatte Düsseldorf nicht. Mit einer der wenigen Möglichkeiten macht die Fortuna das Tor. Das ist natürlich bitter. Aber auch davon werden wir uns wieder erholen.“

Da nützte es auch nichts, dass die Berliner in der Statistik in punkto Torschüssen (20:5), Ballbesitz (63 Prozent) oder Ecken (12:5) von der Papierform her ein deutliches Plus besaßen. Der Treffer des Tages fiel für die Fortuna. Vor 21 195 Besuchern in Köpenick staubte Ihlas Bebou in der 56. Minute aus Nahdistanz ab, nachdem Union-Torwart Jakob Busk zuvor noch einen strammen Schuss von Rouwen Hennings hatte abwehren können – aber genau in die Strafraummitte.

Das stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Denn Union gab über weite Strecken den Ton an. Dabei hatte Trainer Jens Keller teilweise freiwillig und teilweise unfreiwillig die Startelf verglichen zum famosen Pokalauftritt am Mittwoch bei Borussia Dortmund kräftig umgestellt. Auf Angreifer Collin Quaner (Oberschenkelprobleme), Allrounder Michael Parensen (Mittelfußbruch) und Mittelfeldmann Eroll Zejnullahu (erkrankt) musste Keller zwangsläufig verzichten. Kapitän Felix Kroos gönnte er dagegen eine Pause nach den 120 Minuten von Dortmund. In die Startelf rotierten Philipp Hosiner, Skrzybski, Damir Kreilach, Dennis Daube, Stephan Fürstner und Busk.

Die Düsseldorfer, die am Mittwoch im DFB-Pokal bei Hannover 96 mit 1:6 untergegangen waren, sahen sich trotz der Umstellungen beim Gegner gleich in die Defensive gedrängt. Doch die Halbchancen von Christopher Trimmel, Hedlund und Kreilach blieben in den Beinen der Fortuna-Abwehr hängen. „Düsseldorf stand sehr kompakt. Wir haben vor allem in der ersten Hälfte nicht so die richtige Lösung. In der zweiten Hälfte gab es mehr Wucht“, sagte Skrzybski.

Neben dem Gegentor gab es allerdings noch einen weiteren schnellen Rückschlag für Union. Rechtsverteidiger Trimmel, der in dieser Saison noch keine Pflichtspielminute verpasst hatte, schied mit einer Schulterverletzung aus. Er wird einige Wochen fehlen. Seine Mitspieler versuchten in der Schlussphase alles. Doch Abwehrboss Toni Leistner, Skrzybski, Kreilach und dem wiedergenesenen Sören Brandy blieb der verdiente Ausgleich versagt. Ihr Trainer nahm den Rückschlag zum Ende der englischen Woche aber nicht krumm. „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Was sie in dieser Woche geleistet hat, ist unfassbar – wie wir im Pokal aufgetreten sind und wie wir das Spiel in Aue gedreht haben“, sagte Keller. „Wir haben bis zur letzten Sekunde dran geglaubt, dass wir das Tor machen und das Spiel noch drehen. Düsseldorf war die glücklichere Mannschaft. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen.“

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