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2:1 gegen Sandhausen : Union Berlin feiert wichtigen Sieg im Aufstiegskampf

Der 1. FC Union zieht nach Punkten vorerst mit der Konkurrenz aus Braunschweig und Hannover gleich. Stürmer Sebastian Polter sieht die Rote Karte.

Sebastian Stier
Torschütze Damir Kreilach (links) bejubelt seinen Treffer zum 2:0.
Torschütze Damir Kreilach (links) bejubelt seinen Treffer zum 2:0.Foto: Imago

Sie steckten ihre Köpfe zusammen, ganz dicht. Sie redeten, hörten einander an und kamen doch zu keiner gemeinsamen Lösung. Die Unterredung von Schiedsrichter Sven Jablonski mit Sebastian Polter sollte kein positives Ende für den Angreifer des 1. FC Union haben. Wenige Augenblicke nach dem Wortwechsel nestelte Jablonski an seiner Hosentasche und hielt die Rote Karte in den Berliner Abendhimmel. Polter verließ das Spielfeld, während sein Gegenspieler Tim Kister sich noch am Boden wälzte. Polter hatte ihm von hinten in die Beine getreten. Gut aus Berliner Sicht, dass Union so früh in der zweiten Halbzeit schon 2:0 führte. Den Vorsprung brachte die Mannschaft auch zu zehnt über die Zeit und gewann 2:1 gegen den SV Sandhausen.

So wichtig der Sieg im Aufstiegskampf ist, so sehr schmerzt die Hinausstellung von Polter. Union wird mindestens beim vorentscheidenden Spiel in Braunschweig auf seinen gefährlichsten Stürmer verzichten müssen. „Es war sehr unglücklich. Ich mache einen langen Schritt und steige ihm dabei auf die Wade. Natürlich ist es ein Foul, aber für mich war es eine Gelbe Karte“, sagte Polter. Ähnlich sah es sein Trainer Jens Keller: „Man sieht, dass er nicht schlägt. Es war ein grobes Foul. Die Rote Karte kann man geben, muss man aber nicht unbedingt.“

Durch die Hinausstellung von Polter änderte sich das Spiel

Der Verlust trübte den ansonsten gelungenen Abend. Es hatte alles so gut angefangen. Bei prächtiger Stimmung dominierte Union von Beginn an. Sandhausen, nicht für seine Auswärtsfans bekannt, hatte zugestimmt, den Gästeblock mit Berliner Fans füllen zu lassen. So sorgten 22012 Zuschauer in der ausverkauften Alten Försterei, 21922 von ihnen Union-Fans, für eine bundesligareife Kulisse.

Die Gastgeber hätten sich das Leben in der aufgeheizten Atmosphäre frühzeitig leicht machen können. Gleich in der Anfangsphase brachte Roberto Puncec den Ball aus drei Meter nicht im Tor unter. Nichts war es mit der frühen, beruhigenden Führung, nach der sich die Berliner so sehr sehnten. Auch Toni Leistner konnte eine Chance nach einer Ecke nicht verwerten. Nachdem die Anfangsoffensive nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatte, wurde es für einige Minuten unansehnlich. Der Ball war öfter und länger in der Luft als auf dem Rasen. Einmal prügelte Felix Kroos das arme Spielgerät gar ganz über das Dach, weit raus aus dem Stadion. Sandhausen, als Neunter im Niemandsland der Tabelle, beschränkte sich aufs Verteidigen und hatte nur bei Flanken oder Standards Probleme. Bis vor das gegnerische Tor konnte sich Union kaum einmal kombinieren. Dann aber doch die Führung. Christopher Trimmel schlug den Ball in die Mitte, wo Simon Hedlund direkt in den Lauf von Philipp Hosiner verlängerte. Der Österreicher traf sicher zum 1:0. Kurz darauf vergab Damir Kreilach per Kopf das zweite Tor.

Gleich nach Wiederbeginn machte es der Kroate besser. Nach einer Ecke gelangte der Ball per Abpraller zu Kreilach, der nur noch einschieben brauchte. Union hatte das Geschehen unter Kontrolle, nicht ein einziges Mal war Sandhausen bis zu diesem Zeitpunkt vor das Berliner Tor gekommen. Doch durch die Hinausstellung von Polter änderte sich das Geschehen. „Bis dahin war es ein sehr gutes Spiel von uns. Danach war klar, dass wir uns hauptsächlich in der Verteidigung wiederfinden würden“, sagte Keller.

Mit einem Mann mehr drängten die Gäste auf den Anschlusstreffer und wurden durch einen Kopfball des eingewechselten Lucas Höler belohnt. Sandhausen drückte, ein weiteres Tor hätte wohl das Ende aller Berliner Aufstiegsträume bedeutet. Die Fans sangen ihrer Mannschaft Mut zu und wenn sie nicht sangen, knabberten sie an den Fingernägeln. Ein reines Nervenspiel, das nach vier Minuten Nachspielzeit ein glückliches Ende für die Berliner fand. Ohne Polter zwar. Aber mit drei wichtigen Punkten.

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