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2:1-Sieg beim FC St. Pauli : Aufstieg rückt für Union Berlin immer näher

Der 1. FC Union lässt sich auch von St. Pauli nicht aufhalten. In Hamburg reichen die Treffer von Polter und Kreilach zum souveränen Sieg.

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Torschütze Sebastian Polter feiert seinen Treffer zum 1:0.
Torschütze Sebastian Polter feiert seinen Treffer zum 1:0.Foto: Imago

Trainer Jens Keller riss die Arme hoch. Die Wechselspieler des Zweitligisten 1. FC Union umarmten jeden, der in der Nähe war und das Logo des Vereins aus dem Südosten Berlins auf der Brust hatte. Nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg beim FC St. Pauli brachen sowohl bei den 3000 mitgereisten Fans als auch den Spielern alle Dämme. Minutenlang wurde auf dem Rasen und direkt am Gästeblock abgefeiert.

Unter Chefcoach Keller reichte es in Hamburg bereits zum sechsten Auswärtssieg. Zudem erwies sich seine Mannschaft als Serienknacker. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde am Millerntor gewonnen, das mit 29.546 Besuchern ausverkauft war. 14 Jahren lang versuchte Union das vergeblich. „Wir brechen eine Serie nach der anderen“, jubelte Abwehrchef Toni Leistner.

Vor dem Spiel am Freitagabend ging das Unternehmen „Auswärtssieg in Hamburg“ insgesamt neun Mal bei vier Unentschieden und fünf Niederlagen daneben. Jens Keller hat nicht nur diese Serie pulverisiert. Den mit den Toren von Sebastian Polter in der 19. Minute und Damir Kreilach drei Minuten nach der Pause, die einen zunächst beruhigenden 2:0-Vorsprung bedeuteten, schuf Union die Basis für das achte Spiel in Serie ohne Niederlage. Die beste Rückrundenmannschaft, die nach dem 1:1 des VfB Stuttgart gegen den VfL Bochum nur noch zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter aus Schwaben liegt, verdiente sich außerdem noch den fünften Sieg in Folge.

"So können sie den Aufstieg schaffen"

Lediglich am Ende mussten die Gäste noch ein bisschen zittern, weil die Stimmung nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Aziz Bouhaddouz in der 83. Minute noch mal hochkochte. „Wir haben alles reingeworfen. Aber Kompliment an Union, so können sie den Aufstieg direkt schaffen“, sagte der Hamburger Trainer Ewald Lienen. Seine Mannschaft war zuvor fünf Begegnungen hintereinander ohne Niederlage geblieben.

Personell gab es bei Union gegenüber der Startelf in der Vorwoche beim Heimerfolg gegen die Würzburger Kickers (2:0) nur eine Veränderung. Anstelle des Gelb-rot-gesperrten Innenverteidigers Roberto Puncec rückte wie erwartet Emanuel Pogatetz in die Anfangsformation. Erneut fehlten zudem Stammkeeper Jakob Busk und Linksverteidiger Kristian Pedersen. Sie wurden erneut durch Torwart Daniel Mesenhöler und Michael Parensen ersetzt.

Gerade Mesenhöler blieb erneut nervenstark, als St. Pauli nach dem Wechsel kurz vor dem 2:0 für Union die große Chance zum 1:1-Ausgleich durch Jeremy Dudziak besaß. „Die Mannschaft ist mit guter Mentalität aufgetreten. Wir haben es verpasst, dass zweite, dritte Tor in der ersten Halbzeit nachzulegen. Wir müssen uns bei Daniel bedanken. Am Ende haben wir verdient gewonnen“, sagte Keller. Das Zittern in der Schlussphase hätte sich Union sparen können, wenn eine der vielen guten Konterchancen etwas besser ausgespielt worden wäre.

Der stimmungsvolle Abend aus Sicht der Berliner war aber noch getrübt worden. Wie der FC St. Pauli mitteilte, stürzte ein Fan der Köpenicker während des Spiels vom Zaun und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Über die Schwere der Verletzung lagen am späten Freitagabend keine Informationen vor.

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