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2:2 gegen den FC Ingolstadt : 1. FC Union trotzt dem Tabellenführer

Der 1. FC Union hat Tabellenführer FC Ingolstadt beim 2:2 am Rande der Niederlage. Dabei hatte das Spiel aus Berliner Sicht denkbar schlecht begonnen.

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Kopf an Kopf: Beim Spiel zwischen dem 1. FC Union und dem FC Ingolstadt können beide Vereine ihren Vorsprung nicht bis zum Schlusspfiff verteidigen.
Kopf an Kopf: Beim Spiel zwischen dem 1. FC Union und dem FC Ingolstadt können beide Vereine ihren Vorsprung nicht bis zum...Foto: dpa

Eng umschlungen bildeten die Spieler des FC Ingolstadt einen Kreis. Einige der Älteren ergriffen das Wort, während die Spieler des 1. FC Union mit gesenkten Köpfen an ihnen vorbei liefen. Unentschieden, 2:2 (0:1), war das Zweitliga-Spiel zwischen Union und Ingolstadt ausgegangen. Trotzdem war in diesem Moment so kurz nach dem Schlusspfiff deutlich erkennbar, wer sich als Sieger und wer als Verlierer fühlte. „Wir haben zwei Punkte verschenkt“, sagte Unions Kapitän Damir Kreilach. Auch Maximilian Thiel haderte: „Es ist einfach ärgerlich, dass wir am Ende wieder den Ausgleich kassieren.“

Acht Minuten hatten den Berlinern gefehlt, um den Tabellenführer der Zweiten Liga zu schlagen. Es wäre noch einmal ein Achtungserfolg für den 1. FC Union gewesen. Vier Spieltage vor Schluss ist die Saison für die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel sportlich gelaufen. Union steckt als Zehnter im Mittelfeld der Tabelle fest. Ingolstadt wird dagegen bei sieben Punkten Vorsprung mit einiger Sicherheit zum ersten Mal in die Bundesliga aufsteigen.

Im Stile einer Spitzenmannschaft hatten die Ingolstädter das Spiel auch begonnen. Konsequent nutzten sie schon nach fünf Minuten einen katastrophalen Abstimmungsfehler in der Berliner Hintermannschaft zur Führung. Vor einem Freistoß auf Höhe der Mittellinie gab Christopher Trimmel plötzlich die Bewachung seines Gegenspielers auf und lief vom vorderen ans hintere Ende der Abwehrformation. Toni Leistner, der bei Trimmels wilder Aktion am dichtesten dran stand, bekam das zu spät mit, um den völlig freien Marvin Matip noch am erfolgreichen Torschuss zu hindern. „Es darf einfach nicht passieren, dass wir so schlafmützig ins Spiel starten“, ärgerte sich Düwel.

Björn Jopek drehte das Spiel mit zwei Distanzschüssen

Die frühe Führung gab den Gästen viel Sicherheit. Mutig setzte Ingolstadt die Berliner Spieler schon in deren eigener Hälfte unter Druck. Union blieb oft nichts anderes übrig, als sich durch lang auf Sebastian Polter geschlagene Bälle aus diesen Situationen zu befreien. An einen geordneten Spielaufbau war für die Gastgeber in der Anfangsphase nicht zu denken. Anders Ingolstadt. Dort führte der auffällige Pascal Groß im Mittelfeld klug Regie und verlagerte das Spiel oft von einer Seite auf die andere. Mitte der ersten Halbzeit wurde es Christopher Trimmel zu viel, mit einem Foul der rüderen Sorte stoppte er Groß.

Die Aktion zeigte Wirkung, obwohl Ingolstadts Torjäger Lukas Hinterseer kurz darauf beinahe das 0:2 gelungen wäre. Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl ahnte nach der vergebenen Großchance bereits, was kommt. „Es ist ja kein Zufall, dass Union schon oft in dieser Saison Spiele gedreht hat. Da steckt viel Power, viel Wucht drin“, sagte er.

Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde die optische Überlegenheit der Berliner. Vor allem über die linke Seite wurden durch den agilen Fabian Schönheim viele Angriffe vorgetragen. Nur richtige Torchancen wollten sich nicht ergeben, weil Ingolstadt im letzten Spielfelddrittel sehr konsequent und taktisch sehr diszipliniert verteidigte. Aus dem Spiel heraus klappte wenig, also mussten zwei Distanzschüsse von Björn Jopek her, um eine Wende herbeizuführen. Zuerst zog der Mittelfeldspieler kurz vor der Strafraumgrenze einfach ab, der Ball flatterte ein wenig und landete über dem sich vergeblich streckenden Ramazan Özcan im Tor. Ingolstadts Torhüter sah dabei nicht gut aus. Weniger Abwehrchancen hatte er kurz darauf, als Jopek einen Freistoß aus 20 Meter direkt und mithilfe des Innenpfostens verwandelte.

Immer wieder Gegentore nach Standard-Situationen

„Ich hab mich sehr für Björn gefreut, ich weiß was ich an ihm habe“, sagte Trainer Düwel. Jopeks Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus, Union hat die Option zur Verlängerung nicht gezogen. Gut möglich, dass sich die Wege in wenigen Wochen trennen. Jopek zeigte sich jedenfalls sehr unzufrieden, was seine sportliche Situation angeht. „Gefühlt spiele ich mal, dann sitze ich das nächste Spiel wieder 90 Minuten auf der Bank. Da ist es sehr schwer, seinen Rhythmus zu finden“, sagte er. Nach seinem zweiten Tor seien „20 Tonnen Last“ von ihm abgefallen.

Den meisten der 17<TH>761 Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei schien es genauso zu gehen, auf einmal war die Kulisse wieder da und trieb die eigene Mannschaft noch stärker nach vorne. Die Tollhaus-Atmosphäre legte sich erst, als Tobias Levels nach einem Freistoß von Groß per Kopf zum Ausgleich traf. Union versuchte in der Folge noch einmal alles, der Siegtreffer wollte aber nicht mehr gelingen.

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