24-Stunden-Rennen : Hagel, Sonne und Gewitter am Nürburgring

Ausfälle und Unfälle: Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring führt das Wetter Regie. Es war schließlich das engste Rennen aller Zeiten in der Eifel.

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Hatz im Nass. Der Mercedes AMG GT3 des Siegerteams bei strömendem Regen auf dem Streckenabschnitt „Hatzenbach“ auf der Nordschleife.
Hatz im Nass. Der Mercedes AMG GT3 des Siegerteams bei strömendem Regen auf dem Streckenabschnitt „Hatzenbach“ auf der...Foto: dpa

Das 24-Stunden-Rennen an diesem Wochenende war das bisher verrückteste aller Eifel-Rennen: Das Wetter schlug solche Kapriolen, dass die Teams viele Ausfälle und Unfälle hatten. Regen, Hagel, kurz Sonne, Gewitter – nur nachts blieb die anspruchsvolle Strecke trocken. Bis zum Zieleinlauf um 15.30 Uhr wechselten sich die vier Mercedes-AMG-Teams ab, gefolgt von BMW und Audi. Die beiden Porsche-Werkteams schieden in ihren 911 GT3 R aus. Es war schließlich das engste Rennen aller Zeiten in der Eifel: Mit 5,697 Sekunden Vorsprung sicherte sich die vier Mercedes-Fahrer Marco Engel, Bernd Schneider, Adam Christodoulou und Manuel Metzger den Sieg auf dem Nürburgring.

Der von Formel-1-Pilot Sir Jackie Stewart geschaffene Name „Grüne Hölle“ für die 1927 eröffnete Strecke brachte an diesem Wochenende auch viele Profi-Fahrer an ihre Grenzen. „Ich habe ja auf der Nordschleife schon eine Menge erlebt, aber Hagel ist auch für mich eine Premiere. Ich habe im Mai noch nie eine von Eis bedeckte Fahrbahn gesehen. Das ist unglaublich“, sagt BMW-Pilot Jörg Müller. Und Porsche-Pilot Jörg Bergmeister sagte, die Bedingungen seien „wirklich kritisch“ gewesen. Nach einer Rennunterbrechung am Samstagabend startete das Rennen wieder um 19.20 Uhr.

Die Teams mussten erst drei langsame Runden hinter dem Safety Car fahren, bis sie wieder Gas geben konnten. Bergmeister und anderen Piloten wurde es bei den gemächlichen Geschwindigkeiten und dem Ruckeln in ihren Boliden richtig schlecht. „Erst die langen Einführungsrunden, dann die Gischt und reichlich Aquaplaning“, sagte Bergmeister.

Nur Porsche indes wartete am Sonntag auf schlechtes Wetter

Die 240 000 Fans, die am zurückliegenden Wochenende in die Eifel kamen, feierten trotz des Unwetters weiter „ihr“ Rennen. Auf der Tribüne in Breidscheid, mit 340 Metern der tiefste Punkt der Strecke, standen Samstagabend junge und alte Motorsportbegeisterte in Stiefeln im Matsch, hörten Heavy Metal aus Lautsprechern und schauten sich die Kurvenfahrten der Piloten an. Trotz Regen, Hagel, Gewitter und Schlamm auf den Campingplätzen rund um die Nürburg verzeichneten die Veranstalter einen neuen Besucherrekord beim 24-Stunden-Rennen. Die „Profis“ unter den Motorsportfans übrigens stellen ihre Zelte auf Euro-Paletten. „Wir wissen ja, wie das Wetter in der Eifel sein kann“, sagte ein 45-jähriger Rennsportenthusiast, der seit zehn Jahren beim 24-Stunden-Rennen dabei ist.

Das Wetter am Nürburgring hatte sich über Nacht stabilisiert. Um 8 Uhr am Sonntag fielen aber erneut wieder die ersten Regentropfen. Die Mercedes-AMG-Teams führten inzwischen das Feld deutlich an. Bei Audi wiederum waren schon die drei bestplatzierten Fahrzeuge ausgefallen. Um 9.25 Uhr wurde auch der auf Platz drei bestplatzierte BMW M6 GT 3 unverschuldet durch einen Fahrfehler eines Amateurs in einen Unfall verwickelt und schied aus. BMW-Sportchef Jens Marquardt sagte: „Das ist die Höchststrafe. Aber so ist es beim 24-Stunden-Rennen.“ Dort treffen Profi-Fahrer auf Amateure – brenzlige Situationen und Karambolagen gehören bei diesem Rennen dazu.

Porsche indes wartete am Sonntag auf schlechtes Wetter, denn die Boliden haben wegen ihres Antriebs dadurch einen deutlichen Vorteil auf der Strecke. Der letzte der beiden Werks-Porsche 911 GT3 R hatte sich von Position zwölf auf mittlerweile Position vier vorgekämpft. Doch um 10.30 Uhr war für die Startnummer 912 mit Richard Lietz, Jörg Bergmeister, Frederic Makowiecki und Michael Christensen das Rennen wegen eines Defekts im Antriebsbereich zu Ende.

Aber so sind Langstreckenrennen. Trotz Top-Positionen kann sich der Rennverlauf von einer Minute auf die andere ändern. Hinzu kommt in der Eifel auch das Wetter. Trotzdem werden die Fans auch im nächsten Jahr wieder zum 24-Stunden-Rennen rund um die Nürburg kommen.

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