3:1-Sieg gegen Hannover : Hoffenheim gelingt Befreiungsschlag

Die TSG 1899 Hoffenheim kann doch noch gewinnen: Dank später Tore von Sejad Salihovic und Daniel Williams holte die Mannschaft von Trainer Markus Babbel mit dem 3:1 (1:1) gegen Hannover 96 am vierten Spieltag die ersten drei Punkte.

Oliver Trust
Nach der Einwechselung von Sejad Salihovic wirkte das Spiel von Hoffenheim wesentlich stabiler. Zudem erzielte der ehemalige Herthaner mit einem Flugkopfball das 2:1.
Nach der Einwechselung von Sejad Salihovic wirkte das Spiel von Hoffenheim wesentlich stabiler. Zudem erzielte der ehemalige...Foto: dpa

Es war einer der Abende, an denen der Trainer an jeder Ecke hört, er habe alles richtig gemacht. Bei Markus Babbel war das nach dem 3:1-Erfolg nicht anders, er hatte Kevin Volland und Sejad Salihovic eingewechselt, die maßgeblich zum Sieg vor 23.575 Zuschauern beitrugen. Und, vielleicht war die Verlockung sogar groß, diesen Moment zu genießen und sich nach den Toren von Fabian Johnson (27.), Sejad Salihovic (82.) und Daniel Williams (90.) etwas feiern zu lassen.

Die beiden letzten Treffer hatte Volland in einer Hälfte vorbereitet, "in der uns Hoffenheim in allen belangen überlegen war", wie Hannovers Trainer Mirko Slomka nach dem Spiel sagte. Die erste Niederlage von Hannover 96 war zugleich der erste Saisonsieg für Babbel und Hoffenheim. Viele hatten sich auf stürmische Tage im Kraichgau eingerichtet und manche Fernsehstation hatten Hotelzimmer geblockt, um bei Krisensitzungen rechtzeitig vor Ort zu sein. Nach dem verdienten Sieg der Hoffenheimer wird es nun keine Krisensitzungen mehr geben.

Vorerst darf man bei der TSG 1899 behaupten, nicht nur der Trainer und dessen taktische und personelle Veränderungen hätten den "ersten kleinen Schritt" (TSG Manager Andreas Müller) ermöglicht, sondern auch der neue Manager Müller, den Babbel als Glücksbringer bezeichnete. "Es hat mir gut getan, einen an meiner Seite zu haben, der weiß von was er spricht und mit dem ich lange Gespräche führen konnte", sagte Babbel. Und Müller, der erst vergangenen Donnerstag zur Entlastung des bisherigen Trainer-Managers Babbel eingestellt worden war, sagte: "Es war heute der absolute Wille da, das Spiel zu gewinnen. Der Plan des Trainerteams ist absolut aufgegangen".


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22.09.2012 17:34Andre Schürrle hatte gegen Mönchengladbach die Entscheidung auf dem Fuß...

Wer nun den größeren Anteil hatte, vermochte keiner zu sagen. Nicht einmal Fabian Johnson, der in der 27. Minute mit einem beherzten Sololauf durch die schläfrige 96-Abwehr den Grundstein für die Wende legte, die nach der Pause statt fand. Noch sechzig Sekunden zuvor hatte es ausgesehen als wolle die Negativserie der Hoffenheimer kein Ende nehmen. Matthieu Delpierre fälschte eine Flanke von Konstantin Rausch mit dem Kopf ins eigene Tor ab. Dann rauschte Johnson heran und schlenzte den Ball zum 1:1 ins Tor. "In erster Linie ist das ein Erfolg von allen. Es war eine gute Antwort", sagte Johnson. "Wir haben uns vom Rückstand nicht beeindrucken lassen."

Bald hatte man den Eindruck, die beiden Mannschaften hätten die Trikots getauscht, um ein bizarres Verwirrspiel aufzuführen. Hannover spielte bei "grausamer Fehlpassquote" wie es Hoffenheim in den Partien zuvor getan hatte, was 96-Trainer Slomka und Klubchef Martin Kind drastische Worte sagen ließ. "Das war nicht die Mannschaft, die wir kennen", sagte Kind. "Das war eine Frage der Einstellung und Leistungsbereitschaft". Und Slomka meinte, das Offensivspiel sei ohne "Biss und Willen" gewesen. Und das gegen ein Team wie Hoffenheim, das in vier Pflichtspielen 15 Gegentore kassiert hatte und mit dem 20 Jahre alten Koen Casteels im Tor antreten musste, der den verletzten Tim Wiese vertrat.

"Die meiste Zeit habe ich mit Markus Babbel verbracht", erzählte der frühere Schalker Müller zu den Anfängen des Hoffenheimer Heilungsprozesses. Trotzdem sei ein "Ruck durch die Mannschaft gegangen als der neue Manager da war", sagte Volland. Man sei im Spiel gegen Hannover mutiger gewesen. Das müsse jetzt so weiter gehen. "Wir können heute den Tag genießen, mehr nicht. Am Mittwoch in Stuttgart müssen wir wieder das zeigen, was wir heute gezeigt haben", sagte Markus Babbel, der nun vorerst nicht mehr um seinen Posten fürchten muss.  


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