Sport : 51 gute Gründe

Albas Basketballer empfangen heute Bamberg – und brennen nach der Hinspiel-Schmach auf Rache

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Berlin - Muli Katzurin tat so, als wüsste er von nichts. „Oh, wir haben da ein Spiel?“, sagte der Basketballtrainer, angesprochen auf Alba Berlins Spitzenspiel gegen Baskets Bamberg am heutigen Samstag (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof, live bei Sport1). Die Ahnungslosigkeit war natürlich nur gespielt: Der Israeli weiß, was beim Duell des Tabellendritten gegen den Ersten auf dem Spiel steht. 51 Punkte – so hoch war der Abstand, mit dem Bamberg das Hinspiel gewann – gibt es, aus denen sich ableitet, warum für die Berliner das Duell mit dem amtierenden Meister das Spiel der Hauptrunde ist. Stellvertretend sind hier fünf Gründe genannt.

Die Ehre: 52:103 verlor Alba das Hinspiel, so hoch wie noch nie in der Bundesliga. „Das hat an unserer Ehre gekratzt“, sagt Sven Schultze, der noch eine eigene Rechnung offen hat. Der gebürtige Bamberger hat mit Alba noch nie gegen seinen Heimatklub gewonnen, das soll sich ändern. Nicht nur er ist heiß auf das Spiel. „Das Feuer muss in jedem einzelnen Spieler brennen“, fordert Derrick Allen. „Das Hinspiel motiviert uns“, sagt Yassin Idbihi, „wir wollen zeigen, dass wir ein besseres Team geworden sind.“

Die Tabelle: Einen Sieg, also zwei Punkte, hat Alba Rückstand auf den Tabellenzweiten Frankfurt. „Nach unserem Sieg in Frankfurt ist es wichtig nachzulegen“, sagt Schultze, „denn vielleicht lassen die Skyliners noch Punkte liegen.“ Platz zwei nach der Hauptrunde würde in den Play-offs mit dem Tabellensiebten zwar nur einen vermeintlich leichteren Auftaktgegner und Heimrecht in entscheidenden Partien bringen. Aber nach einer wechselhaften Saison ginge man aus einer Position der Stärke in die Meisterrunde.

Die Psychologie: „Ich möchte Härte von meinem Team sehen“, sagt Katzurin, „nicht physische, sondern mentale Härte.“ Daran mangelte es Alba im Saisonverlauf immer wieder. Ob die Psyche nun gefestigt genug für die Play-offs ist, lässt sich nur in Spitzenspielen wie gegen Bamberg testen. „Wenn wir Samstag die Halle betreten, beginnt der Nervenkitzel“, ahnt Schultze.

Die Spannung: Bisher spielt Bamberg bei 26 Siegen und nur zwei Niederlagen in seiner eigenen Liga. Ein Sieg der Berliner wäre gut für die Spannung in der Liga, ein Signal, das zeigt: Bamberg hat auch einen Herausforderer. „Wir wollen dem Rest der Liga zeigen, dass wir da sind“, sagt Bryce Taylor. „Unsere individuelle Qualität ist nicht schlechter als Bambergs“, sagt Schultze. Zumal die angeschlagenen Jenkins, McElroy, Schaffartzik und Rochestie wohl rechtzeitig fit werden.

Das Publikum: Ein Mal in dieser Saison war die Arena am Ostbahnhof bisher ausverkauft, doch vor 14 500 Zuschauern ließ sich Alba beim 64:76 gegen Bonn teilweise vorführen. Auch heute wird die Großarena wohl ausverkauft sein, schon am Freitagabend gab es kaum noch Karten, das Fernsehen überträgt live. Das Spitzenspiel lockt auch Zuschauer jenseits des Alba-Stammpublikums an, ein Sieg könnte Interessierte zu Fans werden lassen. Vorausgesetzt, die Schmach des Hinspiels wird wettgemacht.

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