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65:96 bei Bayern München : Alba Berlin: Frust und Fäuste

Im dritten Spiel gegen FC Bayern innerhalb einer Woche ist Alba chancenlos und verliert 65:96. Für die Berliner ging es auch darum, keinen psychologischen Knacks mit ins Eurocup-Rückspiel am Dienstag zu nehmen.

Justin Cobbs (2.v.r) von München und Elmedin Kikanovic (3.v.l) von Alba Berlin geraten aneinander.
Justin Cobbs (2.v.r) von München und Elmedin Kikanovic (3.v.l) von Alba Berlin geraten aneinander.Foto: dpa

Schubser, Rangeleien, fliegende Ellbogen: Am Schluss wurde es noch richtig hässlich. Erst teilte Akeem Vargas zwei harte Fouls aus, dann geriet Dragan Milosavljevic mit dem halben gegnerischen Team aneinander. Bei Alba Berlins Basketballern entlud sich der ganze Frust eines enttäuschenden Sonntagnachmittags – und wohl auch der Wille, sich vom Erzrivalen FC Bayern nicht weiter herumschubsen zu lassen. Basketballerisch hatten die Berliner den Münchnern im dritten Vergleich beider Teams binnen einer Woche nur wenig entgegenzusetzen, Alba unterlag überdeutlich 65:96 (33:55), verlor auch den direkten Vergleich mit den Münchnern und bleibt in der Bundesliga Tabellensechster.

„Das sind zwei Teams mit großer Rivalität, da knallt es schon mal ein bisschen“, sagte Vargas lapidar. Am Dienstag bekommen die Berliner schon die nächste Chance, es besser zu machen. Dann steht ebenfalls in München das Rückspiel im Eurocup-Achtelfinale an. „Das wird mit Sicherheit ein hitziges Spiel“, sagte Vargas. „Wir haben heute gesehen, was wir besser machen müssen.“

Von Beginn an ließen die Berliner die Konzentration und den Kampfgeist vermissen, die sie genau eine Woche zuvor an gleicher Stelle zum Pokalsieg geführt hatten. Dem Team von Sasa Obradovic schien jede Energie zu fehlen, Bayern fand hingegen sofort seinen Rhythmus. Die Gastgeber spielten mit mehr Tempo, aggressiver und entschlossener und gingen schnell klar in Führung. Beim Stand von 2:9 nahm Obradovic die erste Auszeit, bei 9:23 die zweite, am schläfrigen Spiel seines Teams änderte sich allerdings nichts. „Wir waren zu weich, hatten keine Spannung in unserem Spiel“, sagte Obradovic. „Für mich war das heute inakzeptabel.“

Am Dienstag dürften Milosavljevic und Renfroe wieder mitspielen

Während die Offensive des FC Bayern flüssig lief und Korb um Korb hervorbrachte, produzierte das Angriffsspiel der Berliner hauptsächlich Ballverluste. Alba fand auch keinen Weg, den in den beiden vorherigen Partien gegen Bayern überragenden Elmedin Kikanovic ins Spiel zu bringen. Der Center traf erst Mitte des zweiten Viertels seinen ersten Wurf, da lag Alba aber schon mir 20 Punkten zurück. Am Ende kam Kikanovic auf acht Zähler, bester Berliner Werfer war Kresimir Loncar mit 15 Punkten. Topscorer des Spiels war Bayerns Bryce Taylor (19).

Angesichts des immensen Rückstands zur Pause musste es für die Berliner in der zweiten Hälfte in erster Linie darum gehen, nicht völlig unterzugehen, um nicht auch noch einen psychologischen Knacks mit ins Eurocup-Rückspiel am Dienstag mitzunehmen. Die 6500 Zuschauer in der ausverkauften Halle bekamen aber kein wirkliches Aufbäumen der Gäste zu sehen. Die Münchner ließen weiter entspannt den Ball laufen und trainierten Dunkings, Korbleger und freie Dreipunktewürfe. Erst im Schlussviertel wurde Alba aggressiver – und übertrieb es gleich einmal. Vargas provozierte die Münchner mit zwei überharten Aktionen, kurz darauf rangelte Milosavljevic mit Paul Zipser, Alex Renfroe und andere Münchner Spieler eilten dem deutschen Nationalspieler zu Hilfe. Die Schiedsrichter hatten einen Moment lang Mühe, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dann disqualifizierten sie Renfroe und Milosavljevic und brachten das Spiel zu Ende.

Am Dienstag dürften Milosavljevic und Renfroe wieder mitspielen, ihre Disqualifikation hat keine Folgen für den Europapokal</SB>. Am heutigen Montag wird sich auch klären, inwiefern die Berliner ihren Kader noch einmal verändern. In der Nacht lief die Wechselfrist in der Bundesliga ab. Rund um das Spiel in München gab es auch weiterhin keine offizielle Bestätigung der Verpflichtung des US-Flügelspielers Brandon Ashley. (Tsp)

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