AfD-Politikerin : Beatrix von Storch twittert gegen DFB-Team

Erst Alexander Gauland, jetzt Beatrix von Storch: Die AfD-Politikerin empört mit einem Kommentar über die Nationalelf - und relativiert die Aussage dann.

Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch.
Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch.Foto: dpa

Die Masche ist immer die gleiche. Ein AfD-Politiker zieht mit einer Äußerung das Interesse auf sich, ruft Empörung hervor - und zieht das Gesagte dann zurück oder relativiert es. Diesmal war es Beatrix von Storch, die sich das EM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zunutze machte.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter schrieb die stellvertretende AfD-Vorsitzende nach dem Spiel gegen Frankreich: „Vielleicht sollte nächstes mal dann wieder die deutsche NATIONALMANNSCHAFT spielen?“. Ihr Tweet wurde in erster Linie als Anspielung auf die Fußballer mit Migrationshintergrund verstanden. Politiker und Internetnutzer reagierten entsetzt.

Daraufhin hat Beatrix von Storch ihren Kommentar gelöscht. Auf Facebook erklärte sie, ihr Tweet habe sich auf den Namen der Mannschaft bezogen und nicht auf einzelne Spieler. Die DFB-Elf firmiert seit einiger Zeit nur noch unter dem Namen „Die Mannschaft“. Auf Facebook erklärte sie: „Ich nenne sie weiter Nationalmannschaft. Denn das ist sie, mit allen ihren Spielern.“

Die Reaktionen blieben freilich trotzdem nicht aus. „Griesgrämige Spielverderber“, kommentierte CDU-Vize Armin Laschet via Twitter. Sein SPD-Kollege Ralf Stegner schrieb: „Dummheit pur“. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour fragte mit gespielter Unwissenheit: „Wer ist diese armselige Person, die sich nicht freuen kann, dass wir Weltmeister sind?“ Der Fernseh-Satiriker Jan Böhmermann blieb ungehört: „Lasst uns alle zusammenhalten und Beatrix von Storch einfach mal ignorieren.“


Immer machen AfD-Politiker mit fremdenfeindlichen Äußerungen Stimmung. Storchs Parteikollege Alexander Gauland verursachte einen riesigen Protest, als er in einem Interview über Verteidiger Jérôme Boateng sagte: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Storch wiederum hatte mit einem Tweet Abscheu ausgelöst, in dem sie den Einsatz von Schusswaffen forderte, um Flüchtlingsfrauen und -kinder davon abzuhalten, nach Deutschland zu kommen. (Tsp/dpa)

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