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Alba Berlin : Der Kader ist komplett - mit Dominique Johnson und Erich Fried

Alba Berlin verpflichtet Distanzwerfer Dominique Johnson. Der Kader steht damit, die Verantwortlichen gehen verhalten optimistisch in die Saison

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Aus der Türkei nach Berlin. Dominique Johnson (links).
Aus der Türkei nach Berlin. Dominique Johnson (links).Foto: Imago/Soare

Himar Ojeda schätzt offenbar Erich Fried. Zumindest zitiert der Sportdirektor von Alba Berlin ein berühmtes Gedicht des österreichischen Lyrikers. „Es ist, was es ist“, sagt der Spanier und meint damit nicht die Liebe, sondern das neue Team von Alba Berlin. Der Kader für die kommende Saison steht, aber ob er Liebesstürme bei Fans und Verantwortlichen auslösen wird, ist noch offen.

Mit der Verpflichtung des Distanzwerfers Dominique Johnson, die der Verein am Dienstag verkündete, ist das Aufgebot komplett. Der 29-jährige US-Amerikaner kommt vom türkischen Team Banvit BK und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Der Shooting Guard legte zuvor in Polen, Israel und der Türkei starke Dreipunktequoten von bis zu 51 Prozent auf.

„Er kann werfen und bringt Erfahrung in Europa mit, dazu kann er ein paar andere Dinge“, sagt Ojeda, ohne auszuführen, welche. „Er ist der bestmögliche Spieler, den wir uns leisten konnten.“ Die gebremst euphorische Einschätzung zeigt, dass Alba auch bei diesem Transfer Vernunft walten lassen musste. „Natürlich haben wir während des Prozesses andere Spieler kontaktiert, aber die wollten Euroleague spielen oder mehr Geld.“

Ein Spieler wie Reggie Redding etwa „ist jetzt außerhalb unserer Liga“, sagt der Sportdirektor. Der Shooting Guard zeigte einst bei Alba, dass er weitaus mehr Dinge kann als nur gut werfen und wechselte vor einem Jahr nach Istanbul. Nun schloss sich der 28-Jährige, ebenfalls am Dienstag, Bundesligist Bayern München an.

„Natürlich schaut man sich Namen an, die nach Bamberg oder München kommen und denkt: Wow, die bauen richtig gute Teams auf“, sagt Ojeda ganz ehrlich. „Aber wir treten an, um mitzuhalten.“ Mit unbekannteren Spielern, die überraschen sollen. Wie Jonathan Malu, dessen Verpflichtung Alba am Montag bekanntgegeben hat. Den 23-Jährigen vom Zweitligisten Köln hatten nicht viele auf dem Zettel. „Er ist ein entwicklungsfähiger Spieler, der Athletik und Energie in unseren Frontcourt bringen soll“, sagt Ojeda, allerdings müsse er „um seine Minuten kämpfen“. Der 110 Kilo schwere Forward soll vor allem Robert Glöckner bei Auswärtsreisen vertreten, damit das Talent genug Spielpraxis bei Kooperationspartner Bernau in der Dritten Liga sammeln kann.

King und Wohlfarth-Bottermann gehen

Da die Ausstiegsklausel von Brandon Ashley verstrichen ist und der 22-Jährige „nächste Saison bei uns spielt“, wie Ojeda versichert, ist der Kader vollzählig vor den Medizin-Checks ab Donnerstag und dem Trainingsstart am Montag, wo allerdings die Nationalspieler noch fehlen. Zwölf Profis plus Nachwuchskräfte umfasst das neue Team. Auf den Guard-Positionen spielen künftig die Neuzugänge Peyton Silva, Engin Atsür und Johnson, dazu wie bisher Ismet Akpinar und Akeem Vargas. Als Forwards stehen neben dem Neuen Malcom Miller weiter Dragan Milosavljevic, Niels Giffey und Brandon Ashley bereit, dazu Malu oder Glöckner. Center sind Elmedin Kikanovic und Zugang Bogdan Radosavljevic. Der bisherige Kapitän Alex King und der verletzte Jonas Wohlfarth-Bottermann verlassen Berlin, bestätigt der Sportdirektor. Wohin, sei noch offen.

Ojeda, seit Februar im Amt, zieht ein verhalten optimistisches Fazit seiner ersten kompletten Transferperiode. „Es war ein langer, harter Sommer und nicht einfach, all die Positionen und Beschränkungen, etwa für Deutsche, zu kombinieren“, sagt der 43-Jährige. „Aber wir sind glücklich. Wir haben die Spieler bekommen, die wir wollten.“ Dann korrigiert Ojeda sich: „Wir haben Spieler bekommen, die wir wollten.“ Ein Saisonziel will er vorerst nicht nennen. „Wir haben ein neues Team und einen neuen Coach mit Ahmet Caki. Wir brauchen Geduld, aber wir sind ehrgeizig.“

Als Pessismus sollte man Ojedas Äußerungen nicht verstehen. Sie sind einfach nur ehrlich. In der Vergangenheit überzeugten bei Alba oft Spieler, die nicht von Anfang an erste Wahl waren. Was es ist, sagt dann die Saison.

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