Sport : Alba Berlin steht vor der Trennung von Stefanovic und Subotic

Helen Ruwald

Berlin - Anfang Januar war Slavko Stefanovic überzeugt, „dass ich zu Höherem fähig bin“. Deshalb hatte er Belgrad verlassen und bei Alba Berlin unterschrieben. Integrationsprobleme befürchtete er nicht, „ich kenne Pavicevics Spielsystem in- und auswendig“, sagte der Basketballprofi damals, schließlich hatte er früher schon unter dem Alba-Trainer gespielt. Es nutzte ihm nichts, in Berlin wird sein Vertrag nach schwachen Leistungen in nur drei Bundesliga- und zwei Uleb-Cup-Spielen wohl aufgelöst. Beim Sieg in Gießen am Sonnabend (77:64) gehörte er nicht mehr zum Kader, mit Neuzugang Aleksandar Nadjfeji hat er zu starke Konkurrenz bekommen.

Zwölf Spieler dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen, drei müssen Deutsche sein. Nach der Verpflichtung von Nadjfeji und Immanuel McElroy von den insolventen Köln 99ers hat Alba elf Ausländer für neun Plätze, für zwei bleibt nur die Tribüne – oder die Trennung. Stefanovic und Vujadin Subotic sind die Kandidaten, die von der Gehaltsliste gestrichen werden könnten. Stefanovic hat über die Medien bereits seinen Abschied angekündigt, Alba will noch vor dem Spiel gegen Oldenburg am Mittwoch (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) eine Entscheidung treffen. „Die Bedingungen haben sich für ihn geändert“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi. Als vor Weihnachten Dragan Dojcin nach langer Pause Spielpraxis fehlte und nicht klar war, ob Goran Nikolic (Meniskuseinriss) operiert werden würde, „ist Stefanovic auf dem Markt aufgetaucht“, sagt Baldi. So schnell wie er gekommen ist, wird er wohl wieder gehen.

Auch Subotic, der von McElroy verdrängt wird, spielte früher schon unter Pavicevic. Er kam bei Alba im Schnitt 15 Minuten zum Einsatz, bot solide Leistungen, saß in Gießen aber nur auf der Bank. Obwohl seine Agentur Beobasket auf ihrer Homepage schon einen neuen Verein sucht, will Subotic von Abschied noch nichts wissen: „Ich bin ein Kämpfer, ich habe immer überlebt.“ Allerdings kann Alba ihm wegen einer Ausstiegsklausel Ende Februar kündigen.

Goran Jeretin wird auch ohne Kündigung in dieser Saison nicht für Alba spielen. Der Klub hat bereits die Höchstzahl von vier Spielern während der Saison nachgemeldet. Spielmacher Jeretin, der sich kurz vor Saisonbeginn einen Kreuzbandriss zuzog, ist derzeit zur Reha in seiner Heimat Montenegro. Sein Vertrag in Berlin läuft zum Saisonende aus. Möglicherweise wird er nie das Alba-Trikot tragen. Helen Ruwald

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