Alba Berlin und das Einknicken : Es ist nie zu spät für Mentalität

Die Berliner haben in Ulm ihre zehnte Niederlage in der Liga kassiert, international und im Pokal aber hat das Team schon Klasse bewiesen. Worin liegt Albas Formschwäche begründet? Ein Kommentar.

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Aufrappeln: Albas Alex King, am Samstag allerdings kaum im Einsatz. Foto: dpa/Zinken
Aufrappeln: Albas Alex King, am Samstag allerdings kaum im Einsatz.Foto: dpa/Zinken

Im Sport wird schnell mit zwei Begriffen um sich geworfen, Mentalität und Qualität. Was genau beides ausmacht und woran man das erkennt, ist deutlich schwieriger zu definieren. Im Fall von Alba Berlin stellt sich das auf den ersten Blick sehr einfach dar: Am Samstagabend haben die Berliner in Ulm ihre zehnte Saisonniederlage in der Bundesliga kassiert. Die Play-offs wird der Tabellensechste wohl nicht verpassen, aber das Heimrecht in der ersten Runde rückt in immer weitere Ferne. Dabei hätte das Team diesen Vorteil nötig. Nur zwei Siege und sechs Niederlagen gegen die Top fünf der Tabelle sagen aus: Da fehlt wohl Qualität.
Aber so einfach ist es nicht. Denn die Berliner haben im Eurocup und Pokal gezeigt, dass sie auch große Gegner bezwingen können. Auch in Ulm waren sie lange ebenbürtig, aber schlugen sich mit dummen Fouls, schlechten Spielzügen, zu wenig Einsatz beim Rebound und schwachen Wurfquoten wieder mal selbst. „Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit mental abgegeben“, sagte Niels Giffey.
Die ständigen Leistungsschwankungen sind wohl nicht mehr nur durch Personalwechsel oder Verletzungen zu erklären. Den Spielern fehlt zwar nicht der grundsätzliche Wille, aber sie knicken oft ein, wenn es wichtig wird, um konstant ihre Leistungen abzurufen. Die Frage ist, woher die Probleme rühren: Ist die Mannschaft mit ihren Charakteren einfach falsch zusammengestellt? Oder schafft es Trainer Sasa Obradovic nicht, den Profis den unbedingten Willen zu vermitteln?
Eine Diagnose von mentalen Mängeln ist so alarmierend wie beruhigend für Alba. Qualität kann der Verein nicht mehr nachverpflichten, an Einstellung und Zusammenspiel lässt sich vielleicht arbeiten, noch sind dafür sechs Hauptrunden-Spiele Zeit. Eines ist klar: Ohne Konstanz lässt sich keine Play-off-Serie gewinnen, egal ob mit oder ohne Heimvorteil

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