Alba Berlins erste Niederlage : Siegen, wenn es wirklich wichtig wird

Nach acht Siegen vom Start weg kassiert Alba Berlin in Oldenburg die erste Bundesliga-Niederlage. Das kann am Ende in den Play-offs sogar helfen. Ein Kommentar

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Alba Berlins Trainer Sasa Obradovic agiert an der Seitenlinie.
Alba Berlins Trainer Sasa Obradovic agiert an der Seitenlinie.Foto: dpa

Wer Sasa Obradovic kennt, der weiß, wie sehr er Niederlagen hasst. Das war auch bei der 76:79-Niederlage in Oldenburg zu erkennen, als der Coach von Alba Berlin mit wedelnden Armen seinen Spieler Dragan Milosavljevic, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, lautstark zusammenfaltete. Nach Spielschluss reagierte er deutlich gefasster. „Die erste Niederlage in der Bundesliga wird uns nicht zurückwerfen“, sagte Obradovic. Recht hat er.
Auch wenn es sogar die zweite Pflichtspielpleite in Serie war: Die Berliner bleiben Bundesliga-Tabellenführer und dass nach acht Siegen vom Start weg irgendwann eine Niederlage kommen musste, war klar. Bei einem Spitzenteam wie Oldenburg kann man mal unglücklich verlieren. Im Vorjahr hatte Alba sogar die ersten 14 Bundesligaspiele gewonnen, aber schied in den Play-offs im Halbfinale aus. Es ist sogar gut, wenn die Schwächen schon so früh in der Saison zutage treten, wenn noch viel Zeit bleibt, an ihnen zu arbeiten. Schon die Siegesserie überdeckte manche Unsicherheit im Spiel. An Einsatz und Defensive war selten etwas auszusetzen, doch spielerisch kann sich Alba noch verbessern. In der Offensive regierte bisweilen der Zufall, was anfällig für Gegenangriffe machte.

Doch all das ist im ersten Saisonviertel noch normal, unnormal ist eher, wie gut und schnell die Mannschaft, deren Leistungsträger komplett ausgetauscht worden sind, trotz holpriger Vorbereitung zusammengefunden hat. Insofern ist jede Kritik Jammern auf einem Niveau, das sehr viel höher ausfällt als befürchtet.

Obradovic hat es mit seinem unbedingten Siegeswillen geschafft, die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg zu treiben. Bisweilen wirkt es, als überziehe der Serbe dabei manchmal, nicht nur im Ton. Verletzungen und Müdigkeit im letzten, entscheidenden Saisonabschnitt waren oft die Folge. Insofern ist es sogar nicht unklug, wenn Alba sich einige Siege für den Schlussspurt aufhebt, wenn es wirklich wichtig wird. Auch wenn Sasa Obradovic das an der Seitenlinie anders sehen mag.

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