Sport : Auf neuer Mission

Florian Keller stärkt das Hockey-Nationalteam

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Die Ziele von Florian Keller hören sich bescheiden an. „Mitspielen“, wolle der Hockeyspieler erst einmal wieder in der deutschen Nationalmannschaft. Und „fit werden“. Nach zwei Jahren Abstinenz ist Florian Keller wieder dabei, wenn Deutschland vom 29. November bis zum 9. Dezember in Kuala Lumpur an der Champions Trophy teilnimmt. Die Erwartungen an Keller und seine eigenen Ansprüche werden wohl bald nicht mehr nur beim „Mitspielen“ bleiben . Dafür hat Florian Keller zu viel Talent. „Von seiner Qualität gibt es in Deutschland nicht viele. Wenn wir ihn in Athen gehabt hätten, wären wir Olympiasieger geworden“, hat der ehemalige Bundestrainer Bernhard Peters einmal gesagt.

Athen 2004 hatte Keller aus beruflichen Gründen verpasst. Danach kam er wieder, verletzte sich im November 2005 und trat erneut zurück. Jetzt heißt seine Mission Peking 2008. Und es wird sich zeigen, ob Deutschland mit Florian Keller Olympiasieger werden kann. „Natürlich will ich auch mal eine olympische Goldmedaille gewinnen“, sagt Keller. Es wäre nicht die erste in seiner Familie. Großvater Erwin, Vater Carsten, Bruder Andreas und Schwester Natascha standen bereits in olympischen Endspielen und haben zusammen drei Gold- und drei Silbermedaillen gewonnen.

Für Florian Keller und die Nationalmannschaft ist der Weg ins Finale von Peking allerdings noch sehr weit. Nach der Champions Trophy in Kuala Lumpur folgt Mitte Januar ein Fünf-Nationen-Turnier in Südafrika, bevor es Anfang April in Japan um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking geht. Bundestrainer Markus Weise gibt allerdings schon jetzt das Ziel für Peking aus: „Wir peilen Platz eins bis drei an.“

Nach dem schlechten Abschneiden seiner Mannschaft bei der Europameisterschaft in Manchester ist das eine gewagte Vorgabe. Auch wenn Keller glaubt, dass seine Nominierung nichts mit dem vierten Platz bei der Europameisterschaft im August zu tun habe – Weise schöpft seinen Optimismus wohl auch aus der Rückkehr Florian Kellers. Weise sagt: „Er ist bereits jetzt – trotz deutlicher Rückstände in der Leistungsdiagnostik – der schnellste Spieler im Kader. Sein Manko ist die Ausdauer, aber das ist der Bereich, in dem man am einfachsten Verbesserungen erzielen kann.“ Als Freund von Ausdauertraining galt Florian Keller allerdings noch nie.

Offenbar hat sich Keller auch einiges vorgenommen. „Beim Zuschauen kriegt man halt neue Lust“, sagt der Torschützenkönig der Bundesliga von 2006, der für die Zehlendorfer Wespen spielt. Das Programm der Nationalmannschaft zu absolvieren sei allerdings nicht einfach im Bezug auf das Privatleben, sagt er. „Das ist hart, weil man sich dann wochenlang nicht sieht.“ Seine Freundin ist die deutsche Fußball-Nationalspielerin Navina Omilade. Die habe sich jedoch gefreut, „dass ich noch einmal so eine Chance bekomme“. Denn nun haben die beiden die Chance, in Peking gemeinsam Medaillen feiern zu können. Die Fußballerinnen sind bereits für die Olympischen Spiele qualifiziert.

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