"Ausbildungsverein" Borussia Dortmund : Sprungbrett zur Spitzenklasse

Weltklasse mit Dortmund, das ist möglich. Aber dauerhaft als Weltklassespieler zu bleiben, ist unmöglich. Der Abgang von Ilkay Güdogan belegt, dass der BVB keine ganz große Nummer ist. Ein Kommentar.

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Danke, Dortmund. Ilkay Gündogan.
Danke, Dortmund. Ilkay Gündogan.Foto: dpa/Gentsch

Nun ist der auch noch weg. Ilkay Gündogan hat sich zwar ein paar Jahre lange geziert, aber schließlich ist der Ruf eines internationalen groß gewordenen Unternehmens wie Manchester City doch stärker als die Liebe zum schwarzgelben börsennotierten Kultklub aus Nordrhein-Westfalen. Bitter BVB. Nach Kapitän Mats Hummels an die Bayern verliert Borussia Dortmund mit Spielmacher Gündogan einen weiteren Eckpfeiler seiner Mannschaft. Und Henrich Mchitarjan könnte Dortmund wohl auch bald verlassen. Wer gut ist, der geht – weg aus Dortmund. Von Robert Lewandowski über Mario Götze bis hin zu Trainer Jürgen Klopp: Die Liste der prominenten Abgänge wird immer länger. Ist Borussia Dortmund im Wesentlichen ein Ausbildungsverein oder ein Sprungbrett auf hohem Niveau?
Es wirkt so und ist mit dem Abgang von Jürgen Klopp auch nicht besser geworden. Mit diesem Trainer haben die Borussen zwar nicht so sehr an Spielstärke verloren (und sogar an Spielkultur gewonnen), aber abseits des Platzes deutlich an Strahlkraft verloren. Auch wenn Thomas Tuchel akribisch arbeitet: Dortmund ist eben nicht München, erst recht nicht Madrid und nicht einmal mehr Manchester, Klub zwei (City).

Der Vorsprung der Bayern wächst so nur weiter - schlecht für die Bundesliga

Weltklassegroß mit Dortmund, in der achtgrößten Stadt in Deutschland zu werden, das ist möglich. Aber dauerhaft als Weltklassespieler im Ruhrpott zu bleiben, ist unmöglich.
In der eigenen Liga wächst der Vorsprung der Bayern auf Dortmund. Die Bundesliga hat nicht wie die spanische Primera Divison drei Mannschaften, die um den Titel spielen, sie hat anderthalb. Sind die Halben noch intelligent genug, um die Übermacht aus München mal ärgern zu können? Es scheint nicht mehr so zu sein: Für zehn bis 15 Millionen soll Sebastian Rode zum BVB wechseln. Dabei bekommen die Dortmunder 60 Millionen Euro aus den Transfers von Mats Hummels und Ilkay Gündogan.

Da wäre Spielraum auf dem Transfermarkt. Dem internationalen zumal – und nicht nur die Chance, sich auf der Reservebank des FC Bayern München umzuschauen. So wird es womöglich schwer für die Borussia, ganz oben mitzuhalten.

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